620 GBit/s: Sicherheitsforscher war Ziel von gewaltigem DDoS-Angriff

23. September 2016, 10:58
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Wohl Rache für Aufdeckungsarbeit – Brian Krebs hatte geholfen, den DDoS-Shop vDoS ausheben zu lassen

Wer sich mit Kriminellen anlegt, macht sich mitunter selber zum Ziel. Was in der physischen Welt gilt, kommt auch im Cyberspace zum Tragen. Eine Erfahrung, die dieser Tage der Sicherheitsexperte Brian Krebs machen musste. Er ist zum Ziel einer der größten bisherigen DDoS-Attacken geworden.

Krebs half bei Aushebung von DDoS-Shop

Kürzlich machte Krebs Schlagzeilen, da er eine wichtige Rolle in der Aushebung von vDoS gespielt hatte. Dabei handelte es sich um eine Plattform, die – getarnt als Penetrations-Tests – DDoS-Angriffe gegen Bezahlung anbot. Sie soll Ausgangspunkt für einige weitreichende Attacken gewesen sein. Bei einem DDoS-Angriff (Distributed Denial of Service) wird ein Zielserver von zahlreichen Computern gleichzeitig mit Datenverkehr beschickt, um ihn temporär lahmzulegen.

Krebs war ein Teil der Datenbank von vDoS zugespielt worden. Deren Auswertung, die er mit dem FBI teilte, führte zur Ergreifung der beiden in Israel ansässigen Betreiber. Sympathisanten des illegalen Service dürften sich nun gerächt haben.

620 GBit/s

Denn jetzt waren es die Server von Krebs, die unter heftigen Beschuss kamen. Akamai, ein Unternehmen, das sich auf den Schutz von Websites vor solchen Überlastungsmaßnahmen spezialisiert und auch die Infrastruktur des Sicherheitsforschers bewacht, nennt Zahlen.

Bis zu 620 Gigabit an Daten pro Sekunde (über 75 Gigabyte) flossen zum Höhepunkt des Angriffs in Richtung der Server von Krebs, berichtet dieser in einem Blogeintrag. Der stärkste bisher von Akamai gemessene Angriff kam nur auf rund die Hälfte.

Die Attacken dürften aktuell auch noch weiter gehen. Am Freitagmorgen (23.09., 10:45 Uhr) war die Website des Security-Experten erneut nicht erreichbar. (gpi, 23.09.2016)

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Brian Krebs

Brian Krebs (Google Cache)

Akamai

  • Zum Höhepunkt des Angriffs flossen sekündlich über 75 Gigabyte an Daten in Richtung Krebs' Server.
    foto: getty/istock/kynny

    Zum Höhepunkt des Angriffs flossen sekündlich über 75 Gigabyte an Daten in Richtung Krebs' Server.

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