Honda Civic trifft auf die Spitfire

23. September 2016, 09:18
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Die Weltpremiere des neuen Honda Civic berührte englische Militärgeschichte. Auf der heutigen Werksteststrecke starteten einst die legendären Spitfire-Jagdflugzeuge zu ihren Jungfernflügen.

Swindon – Wie ein langes Band begleitet die Teststrecke des Honda-Werkes in Swindon die Produktionshallen, wo jährlich 160.000 Fahrzeuge erzeugt werden. Dort beglückte man uns mit zwei Kilometern Testfahrt im neuen Civic, der ab 2017 auch nach Europa kommt. Noch saß der Versuchsfahrer am Steuer, und es handelte sich um die (ebenfalls hier gefertigte) US-Version, aber der gute Mann schonte weder den 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner (129 PS) noch das Fahrwerk; Bremstest, Rüttelstrecke, Vollgas gehörten zum Programm. Am Ende der langen Geraden dann noch eine kurze militärhistorische Bemerkung des Fahrers: "Hier hoben einst die Spitfire-Jäger ab."

Weitgehend neu

Damit zurück zur aktuellen Autowelt. Der Civic ist ein weitgehend neues Fahrzeug mit einer eigens entwickelten Plattform, die drei Modellvarianten erlaubt: den fünftürigen Hatchback (kommt im Februar oder März zu uns), eine Stufenheckversion (Ende 2017) sowie ein für Europa nicht vorgesehenes dreitüriges Coupé.

Sportlich anmutendes Design zeichnet die zehnte Generation aus, die Doppelauspuffanlage im Sportwagenstil sei erwähnt, auch wurden Elemente vom schnellen Civic-R übernommen. Sonst noch positiv aufgefallen beim ersten Kennenlernen: bequemer Einstieg auf alle Plätze, 478 l Kofferraum; keine Überfrachtung des Armaturenfeldes – und ein schicker Auftritt auf 4,50 m Länge, der in der hart umkämpften Golf-Klasse optische Alleinstellung garantiert.

Zwei Benziner, kein Diesel zum Start

Anfangs werden nur zwei Turbo-Benziner angeboten, der 1,0-Liter-Dreizylinder leistet 129 PS, der 1,5-Liter-Vierzylinder stramme 182 PS, beide entsprechen Euro-6-Standard. Geschaltet wird entweder über ein 6-Gang-Getriebe oder eine CVT-Automatik mit sieben simulierten Schaltstufen.

Wo bleibt das Dieselangebot? Eine Wartezeit ist angesagt, bis der 1,6-Liter-Turbodiesel (der auch mit 9-Gang-Wandlerautomatik kommt) verfügbar sein wird, vor Jahresende 2017 ist nicht damit zu rechnen. Der Grund für die Verzögerung liegt in der Unsicherheit hinsichtlich der neuen EU-Abgasbestimmungen, Honda möchte auf Nummer sicher gehen. Und wer in der Formel 1 mitmischt, will natürlich auch eine sportlich ambitionierte Klientel bedienen. In Vorbereitung ist ein Turbomotor mit über 300 PS, Markteinführung kaum vor 2018.

Sensing

Serienmäßig bietet Honda unter dem Titel "Sensing" im Civic alle wichtigen Assistenzsysteme wie Kollisionswarner, Spurwechselassistent oder adaptiven Temporegler an. Die Smartphoneanbindung hört auf die Bezeichnung "Connect" und holt die eigenen Apps ins zentrale Infotainment.

Die Brexit-Problematik sieht Katsushi Inoue, Präsident Honda Motor Europe, entspannt: "Wir kaufen teurer ein, international profitieren wir aber vom niedrigen Pfund. Das ist ein Vorteil beim Verkauf des Civic in den USA." Peter Urbankek, 23.9.2016)

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Honda

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

  • Der Civic wird im südwestenglischen Swindon gebaut. Der zehnten Generation verleiht Honda stilistisch eine besonders sportliche Note. In der Länge wächst der Golf-Gegner um 13 cm auf 4,50 m. Der zehnten Generation verleiht Honda stilistisch eine besonders sportliche Note.
    foto: honda

    Der Civic wird im südwestenglischen Swindon gebaut. Der zehnten Generation verleiht Honda stilistisch eine besonders sportliche Note. In der Länge wächst der Golf-Gegner um 13 cm auf 4,50 m. Der zehnten Generation verleiht Honda stilistisch eine besonders sportliche Note.

  • In der Länge wächst der Golf-Gegner um 13 cm auf 4,50 m
    foto: honda

    In der Länge wächst der Golf-Gegner um 13 cm auf 4,50 m

  • Honda-typisches Interieur – und dankenswerterweise bleibt die Knöpfevielfalt auf das Nötigste beschränkt. Gutes Raumgefühl vorn, 478 l Kofferraum ganz hinten.
    foto: honda

    Honda-typisches Interieur – und dankenswerterweise bleibt die Knöpfevielfalt auf das Nötigste beschränkt. Gutes Raumgefühl vorn, 478 l Kofferraum ganz hinten.

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