Vom Anbau zur Ausschank: Wer vom Weinbau profitiert

22. September 2016, 18:33
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Rund um Wein wurden 2014 rund 3,6 Milliarden Euro generiert und 75.000 Jobs gesichert

Wein – Die Wirkung des Weins kennt jeder, der ihn genießt. Vom Beschwingtsein bis hin zum Schädelweh. Doch welchen Effekt hat Wein in volkswirtschaftlicher Hinsicht? Darüber zerbrachen sich im Auftrag des Verbands Österreich Wein Marketing (ÖWM) Forscher des Instituts für Höhere Studien die Köpfe – und kamen zu dem Schluss: "einen oft unterschätzten".

In Zahlen gegossen lautet das Ergebnis für die Bruttowertschöpfung: 3,6 Milliarden Euro wurden für das herangezogene Jahr 2014, das hinsichtlich der Erntemenge unter dem langjährigen Durchschnitt lag, rund um den Wein lukriert. Das entspricht 1,2 Prozent der österreichischen Gesamtwertschöpfung.

Vom Anbau in den Handel

Rund um den Wein will heißen: Reben werden nicht nur angebaut und Trauben zu Wein vergoren, der dann ab Hof oder im Handel verkauft wird. Zur Weinwirtschaft im Studiensinne wird unter anderem auch gerechnet, dass im Gastgewerbe Wein ausgeschenkt wird, Touristen deswegen gezielt nach Österreich kommen, Ausbildungen angeboten werden bis hin zu speziellen Kühlschränken und Gläsern, die nicht in dem Umfang ver- und gekauft würden, gäbe es den Wein nicht in Österreich.

Mehr als 75.000 Menschen arbeiten demgemäß landauf, landab im weiten Feld der Weinwirtschaft (ohne Familienkräfte), das entspricht 1,6 Prozent der österreichischen Beschäftigten.

Wertschöpfung in allen Bundesländern

Da die stärksten Effekte in Handel, Gastgewerbe und Tourismus entstehen, profitieren laut Studie nicht nur die vier Weinbundesländer – Burgenland, Niederösterreich, Steiermark, Wien – wirtschaftlich. 40 Prozent der Wertschöpfung und 35 Prozent der Beschäftigung werde in den restlichen Bundesländern erzielt.

Und einen weiteren Nutznießer der heimischen Weinwirtschaft arbeiteten die IHS-Forscher heraus: den Fiskus. In die öffentliche Hand fließe selbst nach Abzug diverser Subventionen (die 2014 immerhin 230,6 Millionen Euro ausmachten) konsolidiert mehr als eine Milliarde Euro an Steuern und Abgaben zurück.

Kontraproduktive Sektsteuer

Mangels Daten lässt sich nicht feststellen, wie sich die Weinwirtschaft im vergangenen Jahrzehnt entwickelt hat. Dafür wie sich die Exportpreise zur Freude der Produzenten ausgebaut haben: von 83 Cent pro Liter im Jahr 2003 auf drei Euro 2014.

Keine Studie ohne Motiv: "Angesichts der positiven Ergebnisse wäre es unverständlich, wenn die völlig kontraproduktive Sektsteuer nicht wieder abgeschafft wird, soll die Erfolgsgeschichte unserer Weinwirtschaft weitergehen", sagt ÖWM-Geschäftsführer Willi Klinger. (kat, 22.9.2016)

  • Vom Wein profitieren nicht nur Anbauer, sondern auch Handel, Gastgewerbe, Tourismus und nicht zuletzt der Fiskus, belegt eine Studie.
    foto: apa/schlager

    Vom Wein profitieren nicht nur Anbauer, sondern auch Handel, Gastgewerbe, Tourismus und nicht zuletzt der Fiskus, belegt eine Studie.

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