Stockholmer Friedensforscher: Kein Grund für Optimismus

22. September 2016, 14:53
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Das Jahrbuch des Sipri-Instituts zählt 50 bewaffnete Konflikte, die 2015 auf der Erde tobten – neun mehr als im Jahr davor

Die Welt ist 2015 nicht friedlicher geworden, lautet der wenig überraschende Schluss, den das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri in seinem nun erschienenen Jahrbuch zieht. Eher im Gegenteil.

Insgesamt 50 bewaffnete Konflikte zählten die Autoren im vergangenen Jahr, neun mehr als 2014. Doch auch die islamistische Terrorwelle, die etwa Paris, Ankara und Tunesien traf, die Fluchtbewegungen aus Afrika und dem Nahen Osten und die gespannten Beziehungen zwischen der Nato und Russland wegen der bewaffneten Konflikte in Syrien und der Ukraine dienen den Studienautoren als Indizien dafür, dass der zwei Jahrzehnte dauernde relative Friede nach 1989 an ein Ende gekommen ist.

Höhere Militärausgaben

Diese Tendenz schlage freilich auch in den Staatssäckeln zu Buche. So stiegen die weltweiten Ausgaben für Rüstung im Vorjahr um ein Prozent auf 1.676 Milliarden Dollar. Vor allem in Asien, Osteuropa und dem Nahen Osten wurde in Kriegsgerät investiert. In Westeuropa und Nordamerika verlangsamte sich der Trend, weniger in Rüstung zu investieren, 2015 deutlich. Die Regierungen und die internationalen Organisationen, die sich der Stabilität und der Sicherheit widmen sollten, kämen ihrer Pflicht, für Frieden zu sorgen, nicht nach, konstatiert Sipri

Einzig der nicht unumstrittene Atomdeal des Westens mit dem Iran dient den Sipri-Forschern zwischen all den Hiobsbotschaften, die sie in dem 892 Seiten starken Bericht sammeln, als kleiner Hoffnungsschimmer. (flon, 22.9.2016)

  • Ein indischer Soldat steht Wache.
    foto: afp photo / tauseef mustafa

    Ein indischer Soldat steht Wache.

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