Zehn Jahre nach Erhalt: Bangkok aktiviert Wiener Feuerwehrautos

22. September 2016, 14:47
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Wegen Korruptionsermittlungen hatten Fahrzeuge in Lagerhalle vor sich hingerostet – Einige schon nicht mehr zu reparieren

Bangkok/Wien – Zehn Jahre haben 315 nagelneue Feuerwehrwagen aus Österreich in Bangkok vor sich hingerostet – nun wollte die Verwaltung der thailändischen Hauptstadt die Fahrzeuge aufmöbeln und in den Dienst stellen. Doch die optimistischen Pläne sind nach Angaben des stellvertretenden Behördenchefs Jakkapan Phiewngam getrübt. Mindestens acht Wagen seien nicht mehr zu reparieren, sagte er am Donnerstag.

Die Wiener Firma Steyr-Daimler-Puch Spezialfahrzeug – heute GD European Land Systems (GDELS) Steyr – hatte die 315 bestellten Löschfahrzeuge in den Jahren 2006 und 2007 ausgeliefert. Dann schaltete sich die Anti-Korruptionspolizei ein, weil ungewöhnlich hohe Kosten entstanden waren. Es folgte ein jahrelanger Rechtsstreit. Zwei Thailänder wurden 2013 wegen Manipulationen bei dem Auftrag zu Haftstrafen verurteilt.

Auf Parkplatz herumgestanden

Trotzdem standen die Fahrzeuge wegen eines Streits darüber, wer legaler Besitzer war, weiter auf einem Parkplatz herum. Im vergangenen Jahr wies ein Schiedsgericht den österreichischen Hersteller an, 800 Millionen Bath (damals noch rund 22 Millionen Euro) Schadenersatz zu zahlen. GDELS betonte damals: "Wir wurden mit dem Geschäft in die Turbulenzen der thailändischen Innenpolitik hineingezogen und haben uns diesbezüglich nichts vorzuwerfen."

Jetzt entschieden Gerichte, dass die Stadt die ersten 176 Wagen in den kommenden Monaten in den Dienst stellen solle. Die Behörde hofft, 71 Fahrzeuge bis Ende Oktober im Einsatz zu haben. Der nächste Streit ist aber schon programmiert: Der Parkplatzbesitzer verlangt Parkgebühren in Höhe von 900 Millionen Baht (rund 23 Millionen Euro). Die Stadtverwaltung habe das Geld nicht und fürchte, dass der Parkplatzbesitzer die Feuerwehrautos konfisziert, sagte Jakkapan. (APA, 22.9.2016)

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