ORF 2017: Mord, Spaß, Amoklauf und Heimatland

Ansichtssache22. September 2016, 15:45
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Österreich-Bezug ist 2017 Pflicht im ORF-Programm. Ursula Strauß, Hanno Settele, große Chöre, Statistiktest, Elizabeth T. Spira – alle stehen im Zeichen des "Ö"

Einige Vokabeln fallen auffallend oft bei Kathrin Zechners Präsentation des ORF-Programms für 2017. Es sind dies: Druck, Gesetzesauftrag, Finanzverhandlungen. Ersteren sieht sie auf dem Unternehmen lasten, Zweiteren unterschreibt sie vollinhaltlich, dritte will sie abwarten. Und ruft dennoch "Content first" fürs neue Jahr aus.

Der steuert im Jahr eins nach der Fußball-EM in Richtung Rückzug – siehe drei Worte. Die ORF-Direktorin ringt mit dem österreichischen Spezifikum, dass sie ein Programm vorstellen muss, zu einem Zeitpunkt, da noch nicht klar ist, ob sie mit Millionen aus Gebührenerhöhung kalkulieren kann. Konsequent also, dass im Jahr 2017 das ORF-Programm stark am Heimatbegriff hängt.

foto: orf/mona film/petro domenigg

Armin Rohde (Max Dirrmeyer), Maximilian Brückner (Hannes Bucher).

Nicht immer ist er strahlend, sondern, wie im Fall des Vierteilers Pregau, ab kommenden Montag ziemlich tödlich – und mit innovativem Versuch: Via App schaltet sich der Gerichtspsychiater Reinhard Haller zu und analysiert Rollen und Hintergründe.

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foto: orf/neulandfilm

Sepp Forcher, Hanno Settele.

Hanno Settele ist im Heimatfieber am 12. Oktober. Zechner verspricht 15 Dokeins-Reportagen 2017, davon fünf eigenproduzierte.

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foto: orf/interspot/franz taferner

Hermann Maier, Annemarie Moser-Pröll.

Hermann Maier erklimmt imt Annemarie Moser-Pröll im Universum Salzburger Berge zwischen Hochkönig und Großvenediger.

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foto: orf

Thomas Maurer

In Wie tickst du? gehen Kabarettisten in acht Folgen ab 13. Oktober Österreich-Statistiken auf den Grund. Ebenso oft kommt auf ORF 1 der Undercover Boss zum Einsatz. Heimatgeschichten von Elizabeth T. Spira sähe Zechner am besten am Nationalfeiertag platziert. Über eine Fortsetzung von Liebesg‘schichten und Heiratssachen nach 20 Jahren werde noch diskutiert, sagt die Fernsehchefin.

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foto: orf/milenko badzic

Jannis Niewöhner als Maximilian I.

Weiter im Fahrplan: Sofazapper kommentieren Österreich-Ereignisse, Stadtkomödien gehen mit Humor ins Urbane. Universum History erzählt Geschichten über Unser Österreich, schillernde Frauenbiographien dokumentiert die Reihe Heimat bist du großer Töchter. Die Öscars huldigt österreichischen Oscar-Siegern wie Christoph Waltz und Michael Haneke. Zum zweiten Mal ergreifen große Chöre ihre Chance, Dancing Stars wirbeln im Frühjahr zum elften Mal übers Parkett. Den Song-Contest-Teilnehmer bestimmt eine Fachjury. TV-Filme verweisen auf große Ereignisse und Geschichten: In Maximilian fliegen unter der Regie von Andreas Prochaska mittelalterliche Fetzen.

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foto: orf/mr film/petro domenigg

Ursula Strauss (Anna Sacher), Martin Zauner (Kommissär), Stefan Gorski, Robert Palfrader (Portier Mayr).

Reichlich Konfliktpotenzial – wenngleich auch weniger martialisch ausgefochten – hält Das Sacher von Robert Dornhelm bereit, mit Ursula Strauß als schillernde Hotelbesitzerin und dem Portier ihres Vertrauens, Robert Palfrader.

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foto: orf/superfilm/ingo pertramer

Nicholas Ofczarek, Raimund Wallisch

Auch 2017 werden Mord und Totschlag hochgehalten: Fokus Mord stellt wahre Verbrechen nach, dazu kommen vier Landkrimis. Zwanzig Folgen der Copstories sind vorgesehen.

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foto: orf/thomas ramstorfer

Gerti Drassl (Maria Schneider), Maria Köstlinger (Waltraud Steinberg), Martina Ebm (Caroline Melzer), Nina Proll (Nicoletta Huber), Hilde Dalik (Vanessa).

Fix sind die Vorstadtweiber: Dreharbeiten zur dritten Staffel beginnen gerade. Abseits davon bleibt es düster: Die Stille danach kommt, wieder mit Strauß als Mutter eines Amokläufers. Terror macht die Zuschauer nach Ferdinand von Schirach zu Richtern. US-Serienneuheiten werden rarer: Criminal Minds: Beyond Borders, Fargo, Limitless, Outlander und Shades of Blue harren ihrer ORF-Premiere. (prie, 22.9.2016)

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