Betriebsrat läuft gegen Strukturveränderung bei Telekom Austria Sturm

22. September 2016, 13:11
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Arbeitnehmervertreter fürchtet Machtverlust und droht mit Streik – Aufsichtsratschef erwartet dadurch Stärkung und warnt vor Zerschlagung des Unternehmens

Bei der teilstaatlichen börsenotierten Telekom Austria gibt es Streit. Im Unternehmen wird darüber nachgedacht, die Töchter, darunter das Kerngeschäft der A1, von Aktiengesellschaften in GmbHs umzuwandeln. Das würde dem Mehrheitseigentümer des Konzerns, der mexikanischen America Movil, mehr Durchgriff ermöglichen und den Einfluss des Betriebsrates schwächen, fürchtet Betriebsratschef Walter Hotz.

"Wenn America Movil nicht von ihrem Vorschlag abrückt, ... dann werden wir die Kolleginnen und Kollegen mobilisieren"

Hotz droht auch gleich mit Streik, sollte die Strukturveränderung kommen. "Wenn America Movil nicht von ihrem Vorschlag abrückt, ... dann werden wir die Kolleginnen und Kollegen mobilisieren", sagte er im "Mittagsjournal". Der Strukturwandel sei an den Arbeitnehmervertretern vorbei eingefädelt worden und diene dazu, die Gewerkschaft "mundtot zu machen". Zugleich fordert Hotz Telekom-Austria-Aufsichtsratschef Wolfgang Ruttenstorfer – aber auch die anderen Aufsichtsräte und Martha Oberndorfer, Chefin der ÖBIB – zum Rücktritt auf.

Ruttenstorfer wiederum erwartet sich aus der organisatorischen Veränderung, dass der Konzern schlagkräftiger wird und für die Zukunft besser aufgestellt ist. Es würde bei den Arbeitnehmern "keine einzige Verschlechterung" bringen, weder nach den Zahlen noch nach den Rechten, sagte er dem "ORF-Mittagsjournal". Zur Rücktrittsforderung von Hotz stellte Ruttenstorfer fest: "Die Kapitalvertreter suchen sich nicht den Betriebsrat aus, der Betriebsrat sucht sich nicht die Kapitalvertreter aus." Er schätze Hotz und sehe kein Problem, mit ihm weiter zusammenzuarbeiten.

"In Teilen der Politik"

Während der Telekom-Austria-Betriebsrat gegen den geplanten Strukturwandel mit einer Straffung der Entscheidungsstrukturen bei dem Unternehmen Sturm läuft, sieht Ruttenstorfer Bestrebungen "in Teilen der Politik", die Telekom Austria ganz zu zerschlagen, indem die A1 oder zumindest der Netzbetrieb herausgelöst werden. Entsprechende Meldungen waren zuletzt in Medien lanciert worden. Das sei zwar eine Entscheidung der Eigentümer, hätte aber wenn dann vor dem Verkauf an America Movil diskutiert werden müssen, meint Ruttensdorfer und macht klar, dass er gegen so einen Schritt wäre: "Ich würde der Zerschlagung nicht das Wort reden".

Laut "Kurier" hat Finanzminister Hans Jörg Schelling Ruttenstorfer in einem Gespräch am Freitag zum Rücktritt aufgefordert. Auf Anfrage gab es dazu vom Finanzministerium keine Stellungnahme, Ruttenstorfer selber wollte dies nicht kommentieren, aber er begleite die Firma gerne, "die Frage eines Rücktritts stellt sich für mich nicht", sagte er. (APA, 22.9. 2016)

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    foto: apa
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