Automatisiertes Fahren soll auch in Österreich erprobt werden

22. September 2016, 12:19
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Drei Anträge für Straßentests, sechs Anträge für Testumgebungen liegen vor – Leichtfried: Mehr Sicherheit und Chancen für Industrie

Das automatisierte Fahren, wenn also das Fahrzeug die Funktion des Lenkers ganz oder teilweise übernimmt, soll nun auch in Österreich erprobt werden. Per Ende August lagen drei Anträge für Verordnungen für Straßentests und sechs Förderanträge für Vorstudien für den Ausbau von Testumgebungen vor, sagte Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) vor österreichischen Journalisten in Kalifornien.

Evaluierung des automatisierten Fahrens

Die Anträge müssten jetzt geprüft werden. Das Verkehrsministerium stellt ein Förderpaket von über 20 Mio. Euro für Tests und Evaluierung des automatisierten Fahrens zur Verfügung.

Der Verkehrsminister erwartet sich mehr Sicherheit im Straßenverkehr durch die neue Technologie: Durch automatisiertes und vernetztes Fahren könnten laut Experten 70 Prozent der Unfälle im Straßenverkehr verhindert werden.

Auch für die heimische Industrie sei es wichtig, hier an den neusten Entwicklungen mitzuforschen: 650 Unternehmen mit 175.000 Mitarbeitern in der Kfz-Zulieferindustrie seien ein bedeutender Faktor. In Bereichen wie Robotik, Sensorik und Bildverarbeitung gebe es sehr gute österreichische Unternehmen mit Chancen am Weltmarkt.

KFG-Novelle

Mit der im Juli beschlossenen KFG-Novelle habe Österreich die gesetzliche Lage für autonomes Fahren klar geregelt, betonte der Minister. Österreich sei hier weiter als die USA, wo die Autokonzerne bereits testen. "Vielleicht werden einige Tests auch bei uns stattfinden", meinte Leichtfried.

Bei seinem Aufenthalt in Kalifornien besuchte der Minister mit einer Expertendelegation den Elektroautohersteller Tesla, Google und BMW. Tesla setzt ganz auf selbstgebaute Elektroautos mit "Autopilot"-Funktion auf der Autobahn, die derzeit ab ca. 65.000 Dollar zu kaufen sind. Google erprobt das Google Auto, das sich als E-Auto ohne Lenkrad praktisch voll auf die Automatisierung verlässt – der Fahrer kann nur noch bremsen. Dafür müssen aber vorher die befahrenen Strecken sehr genau elektronisch erfasst werden. Auch BMW bietet eine wachsende Elektroflotte an, separat wird zum automatisierten Fahren geforscht. Beim deutschen Autokonzern glaubt man nicht, dass die Verbrennungsmotoren so schnell total vom E-Auto ersetzt werden können, daher ist das automatisierte bzw. assistierte Fahren auch in herkömmlichen Autos ein großes Thema. (APA, 22.9. 2016)

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    foto: apa
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