Niederösterreich legt Schulstandorte zusammen

22. September 2016, 12:16
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Weniger Landwirtschaftliche Fachschulen, weniger gewerbliche Berufsschulen – dadurch bessere Auslastung der einzelnen Schulstandorte

St. Pölten – Das Land Niederösterreich legt angesichts sinkender Schülerzahlen Standorte von gewerblichen Berufsschulen und Landwirtschaftlichen Fachschulen in Kompetenzzentren zusammen.

"Wir wollen zeitgemäße Strukturen schaffen", sagte Landesrätin Barbara Schwarz (ÖVP) bei der Präsentation des neuen Konzepts am Donnerstag in St. Pölten. Die Zusammenführung soll in den nächsten fünf Jahren umgesetzt werden.

Nur noch zwölf Landwirtschaftliche Fachschulen

Die Zahl der Landwirtschaftlichen Fachschulen im Bundesland soll von derzeit 18 auf zwölf verringert werden, jene der gewerblichen Berufsschulen von 19 auf 17. "Einzelne Standorte sind mit sinkender Auslastung konfrontiert", sagte Gottfried Haber von der Donau-Universität Krems. In den Landesberufsschulen sei die Zahl der Schüler in den vergangenen drei Jahren von rund 20.000 auf 17.000 zurückgegangen.

Durch eine "inhaltlich sinnvolle Konzentration von Ausbildungsangeboten" sollen Doppelgleisigkeiten und eine Kannibalisierung zwischen den Standorten vermieden werden, erklärte Haber, der sich mit den wirtschaftlichen Aspekten einer Neuordnung des berufsbildenden Landesschulwesens befasst hat.

Überarbeitung der Lehrpläne

Gleichzeitig sollen die Lehrpläne im landwirtschaftlichen Bereich überarbeitet werden: "Die Ausbildung muss an künftige Berufserfordernisse angepasst sein", betonte die Landesrätin. Geplant ist außerdem, dass Schüler zwischen einzelnen Modulen wählen können. Gewünscht werden unter anderem Infos zu Bewerbung, Verträgen, Wirtschaftswissen und Know-how, um einen Businessplan zu erstellen, verwies Peter Filzmaier von der Donau-Universität Krems auf eine Online-Umfrage unter 577 Niederösterreichern zwischen 14 und 24 Jahren.

Die Zahl der Ausbildungsplätze werde durch die Zusammenlegung nicht reduziert. Der Personalstand soll langfristig sinken, indem Posten nicht nachbesetzt werden. "Es wird keine Kündigungen geben", betonte Schwarz.

100 Millionen Euro für Schul-Infrastruktur

An den verbleibenden Standorten werden 100 Millionen Euro in zeitgemäße Infrastruktur wie Internate investiert.

Konkret wird im Bereich der Landwirtschaftlichen Fachschulen innerhalb der Gemeinde Hollenstein a.d. Ybbs Unterleiten in der Bergbauernschule Hohenlehen aufgenommen. Die Schule in Ottenschlag wird in Zwettl integriert, Poysdorf in Mistelbach, Tulln in Obersiebenbrunn und Sooß in Pyhra. Die landwirtschaftliche Fachschule in Gaming wird aufgelassen und laut Schwarz vermutlich in Gießhübl integriert. Das Gebäude soll jedoch weiterhin als Schulstandort genutzt werden, derzeit werde darüber verhandelt.

Fleischkompetenz in Hollabrunn

Im Bereich der Landesberufsschulen wird der Standort Hollabrunn in der Landwirtschaftlichen Fachschule Hollabrunn als Fleischkompetenzzentrum aufgenommen, die Ausbildung zum Friseur soll in Geras integriert werden. Wiener Neustadt wird in den Berufsschulen im südlichen Niederösterreich aufgehen. Die Expositur der Berufsschule Eggenburg in Stockerau wird nach Eggenburg zurückgeführt.

Schüler an Standorten von Landwirtschaftlichen Fachschulen, die aufgelassen werden, sollen ihre Ausbildung dort abschließen können, betonte Schwarz. Über die Nachnutzung der Gebäude gebe es Gespräche mit den Gemeinden. (APA, 22.9.2016)

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