Australien: Empörung über Karikatur zur Homo-Ehe mit Nazi-Anspielung

22. September 2016, 11:03
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Eine Karikatur über Schwulen- und Lesben-Aktivisten mit Abspielung auf die Nazis hat in Australien heftige Reaktionen ausgelöst

Sydney – Eine Karikatur über Schwulen- und Lesben-Aktivisten mit Anspielung auf die Nazis hat in Australien heftige Reaktionen ausgelöst. Der Zeichner Bill Leak hat ein Truppe grimmig schauender Soldaten mit Uniformen in Regenbogenfarben gezeichnet. Titel: "Waffen-SSM". SSM steht für Same Sex Marriage (Ehe von Partnern gleichen Geschlechts). SS (Schutzstaffel) war die mordende "Elitetruppe" Hitlers.

Die Regenbogenfarben sind Symbol der AktivistInnen, die gleiche Rechte für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender-Menschen (LGBT) fordern. Leak kommentierte mit der Karikatur die Volksabstimmung über die Zulassung der Homo-Ehe am 11. Februar 2017. Nach Umfragen sind fast 60 Prozent der Australier für die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe.

Scharfe Kritik in sozialen Medien

In sozialen Medien kritisierten NutzerInnen die Karikatur am Donnerstag scharf. Der Karikaturist David Pope nannte in einem Twitter-Post den Künstler Richard Grune, der unter den Nazis wegen Homosexualität verurteilt wurde und das Konzentrationslager Sachsenhausen überlebte.

"An Richard Grune wird man sich erinnern, lange, nachdem die Welt Bill Leak vergessen hat", twitterte Pope. "In 20, 30 Jahren wird man diese Karikaturen genauso betrachten wie Leute, die sich einmal über interethnische Ehen aufgeregt haben oder über das Wahlrecht für Frauen", meinte Autor Ben McLeay beim Sender SBS. (APA, 22.9.2016)

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