Brisante E-Mail belastet Audi im Abgasskandal

22. September 2016, 07:22
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Ingenieur schrieb schon 2007, dass US-Abgaswerte nicht "ohne Bescheißen" einzuhalten seien

Wolfsburg/Ingolstadt – Die Affäre um manipulierte Abgaswerte wird auch für die VW-Tochter Audi immer unangenehmer. Offenbar gab es intern frühzeitig Hinweise auf Abgasmanipulationen. "Ganz ohne Bescheißen" seien die US-Grenzwerte bei Dieselwagen nicht einzuhalten, hieß es bereits 2007 in einer E-Mail eines Ingenieur an einen größeren Kreis von Audi-Managern, berichteten "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR am Mittwoch unter Berufung auf die Anwaltskanzlei Jones Day, die im Auftrag des VW-Aufsichtsrats die Dieselaffäre aufklären soll.

Audi war kurz nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen VW ebenfalls ins Visier der US-Ermittler geraten. Audi stehen im Verdacht, eine entscheidende Rolle beim Abgasbetrug gespielt haben. Es hat zwar eingeräumt, eine unter US-Recht illegale Software zur Abgaskontrolle eingesetzt zu haben, bestreitet aber eine gezielte Täuschung. Zu den neuen Details wollte sich ein Audi-Sprecher am Mittwoch nicht äußern.

Verhandlungen laufen

Etwa 85.000 Dieselwagen aus dem VW-Konzern mit größeren 3,0-Liter-Motoren, die von Audi stammen, wurden in den USA mit verbotener Abgastechnik ausgestattet. Der Konzern ringt bei diesen Autos noch immer mit den Behörden um eine Lösung zur Beseitigung der Programme. Bei weiteren rund 480.000 kleineren Dieselwagen mit 2,0-Liter-Motoren hat sich VW bereits mit dem US-Umweltamt EPA und Hunderten weiteren Zivilklägern auf Schadenersatz und einen Plan zum Rückruf oder Rückkauf der Fahrzeuge geeinigt.

VW hatte im September 2015 nach Vorwürfen der EPA eingeräumt, seit 2008 Hunderttausende Dieselwagen in den USA mit einer Betrugssoftware zum Austricksen von Abgastests ausgerüstet zu haben. Dem Bericht von SZ, NDR und WDR zufolge haben die US-Behörden zahlreiche Informationen zusammengetragen, wonach Manager und Ingenieure von Audi an der Entwicklung und der Einführung jener Manipulationssoftware beteiligt waren.

Audi-Chefs unter Druck

Bei der Aufklärung des Skandals gerät das Top-Management zunehmend in den Fokus der Ermittlungen. Wie "Spiegel online" am Dienstag meldete, gaben Zeugen an, Audi-Chef Rupert Stadler habe bereits im Jahr 2010 von den Manipulationen Kenntnis bekommen. Die Aufklärer von Jones Day wollten ihn dazu ausführlich im Rahmen der internen Untersuchung befragen. Kurz zuvor war Audi-Entwicklungschef Stefan Knirsch ins Visier geraten, weil er von dem Betrug gewusst haben soll. (APA, 22.9.2016)

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