Wie die Virenvielfalt der Ozeane marine Ökosysteme beeinflusst

22. September 2016, 05:30
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Internationales Forscherteam mit Wiener Beteiligung identifizierte über 15.000 Virustypen in Ozeanen – dreimal mehr als bisher bekannt

Wien – Viren sind als pathogene Erreger gefürchtet – die allermeisten Viren sind für den Menschen aber ungefährlich: Sie befallen ausschließlich Mikroorganismen in Ozeanen. Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung der Uni Wien fand in Proben über 15.000 verschiedene Virustypen. Wie die Forscher in "Nature" berichten, beeinflussen Viren die Ozeanorganismen auf vielfältige Weise – und könnten sogar für das Weltklima wichtig sein.

Manche der Mikroben, die von Viren befallen sind, produzieren Treibhausgase wie Kohlendioxid oder Methan, andere nehmen sie aus der Atmosphäre auf, erklärt Alexander Loy vom Department für Mikrobiologie und Ökosystemforschung der Universität Wien. Indem sie die befallenen Zellen töten oder aber ihre Stoffwechselaktivitäten für eigene Zwecke manipulieren, könnten Viren massiv in die Kohlenstoff-, Stickstoff und Schwefelkreisläufe der Ozeane eingreifen.

15.222 Typen

Wird eine Mikrobe von einem Virus infiziert, sei das zwar schlecht für sie selbst, aber nicht zwangsläufig für das Ökosystem. "So werden beispielsweise gefährliche Algenblüten in den Meeren und Seen mit großer Wahrscheinlichkeit durch Viren in Schach gehalten", so Loy.

Unter der Leitung von Matthew Sullivan von der Ohio State University (USA) haben die Forscher Proben von zwei globalen Ozeanexpeditionen untersucht, mit denen man bisher ungekanntes Leben in den Weltmeeren aufspüren wollte. Sie sequenzierten die Viren-DNA darin und entdeckten 15.222 unterschiedlichen Virustypen, die sie in 867 Gruppen mit ähnlichen Eigenschaften einteilten – einen so umfassenden Katalog von Meeresviren wie nie zuvor. (APA, red, 22.9.2016)

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