Steirischer Autozulieferer TCM prescht im Iran vor

22. September 2016, 08:00
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Das Stainzer Unternehmen gründet ein Joint Venture, der Iran will drei Millionen Autos produzieren

Graz – Die langsame Öffnung der iranischen Wirtschaft für ausländische Investoren zieht auch Autozulieferer wie den steirischen Werkzeugspezialisten TCM International (Tool Consulting and Tool Management) in den Süden. "Sollte sich die Autoindustrie im Iran wirklich so entwickeln, wie ich erwarte und wie prognostiziert wird, ist es ein sehr gutes Investment", sagt Manfred Kainz.

Der Eigentümer und Geschäftsführer von TCM, das sich auf den für den Fahrzeug- und Motorenbau notwendigen Werkzeugbedarf spezialisiert hat, unterzeichnete dieser Tage ein 50-Prozent-Joint-Venture mit dem Automobilzulieferkonzern BSA. Dieser iranische Betrieb fertigt unter anderem Autokomponenten wie Lichtmaschinen, Motoren und Turbolader. "Wir sind das erste ausländische Unternehmen in dieser Branche, es herrscht auch hier in diesem Segment ein enormer Aufholbedarf, und den wollen wird nutzen", sagt Kainz im Gespräch mit dem STANDARD.

Vom Ministerium geprüft

Das Joint Venture sei durch das österreichische Wirtschaftsministerium genau geprüft und für in Ordnung befunden worden, sagt Kainz. Immerhin: Noch sind ja nur kleine Segmente des iranischen Marktes wirklich offen. Am 16. Jänner 2016, dem Implementation Day, fielen nach dem Abkommen über die Beendigung des iranischen Atomprogramms erst einige der Handelssanktionen.

Kainz hofft jedenfalls auf den sich abzeichnenden Boom in der iranischen Autoindustrie. Das Land hatte als Ziel definiert, bis 2025 die Autoproduktion von derzeit 1,2 Millionen Autos auf über drei Millionen anzuheben. "Ich glaube, dass wir da mit unserem Kow-how gut positioniert sind", sagt Kainz. TCM betreibt derzeit weltweit 36 Toolmanagements in den EU-Staaten, Russland, Asien, China und Brasilien. Derzeit werde auch ein Markteintritt in den USA geprüft, sagt Kainz.

Wichtiger Wachstumsmarkt

Der Fokus liege jetzt aber auf dem Iran, meint er: "Die Automobilindustrie ist einer der wichtigsten Wachstumsmärkte in den nächsten Jahren. Um diese ambitionierten Wachstumsziele auch zu erreichen, benötigen die Unternehmen unser jahrelang erworbenes Wissen. Wie groß das Interesse ist, hat sich an einer ersten Informationsveranstaltung in Teheran gezeigt, an der 120 iranische Unternehmen teilgenommen haben. Wir konnten in diesem Rahmen bereits den dortigen größten Automobilhersteller Iran Khodro als Kunden gewinnen."

TCM International mit Sitz in Stainz beschäftigt 525 Mitarbeiter und erwirtschafte 2015 einen Umsatz in der Höhe von 90 Millionen Euro, ein Plus von 20 Prozent gegenüber 2014. (mue, 22.9.2016)

  • Von der Steiermark aus beschäftigt man sich derzeit intensiv  mit Produktionsweisen im Iran.
    foto: ho

    Von der Steiermark aus beschäftigt man sich derzeit intensiv mit Produktionsweisen im Iran.

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