Rückkehr der "Führer"-Idee

Einserkastl21. September 2016, 17:55
333 Postings

Wer pessimistisch in die Zukunft blickt, wählt blau

Eine alarmierende Untersuchung des Sora-Instituts dokumentiert: Die "Führer-Idee" gewinnt bei uns an Akzeptanz. 2007 lehnten noch 71 Prozent die Aussage ab: "Es wäre besser, einen starken Führer zu haben, der sich nicht ums Parlament scheren muss." 2015 nur noch 36 Prozent. Die Sora-Forscher führen diesen Wandel zum Autoritarismus auf folgende Meinungsbilder zurück:

Einschätzung, dass immer mehr Menschen keine Arbeit finden; Einschätzung, dass die Wohnumgebung herunterkommt; negative Zukunftserwartungen in Bezug auf Lebensqualität, Einkommen, Pension, Sozialsystem etc.; pessimistische Zukunftserwartungen für die Kinder / nächste Generation.

All dies geht einher mit der Sorge vor sozialem Abstieg und dem Gefühl, keinen gerechten Anteil am gesellschaftlichen Wohlstand zu erhalten. Das untergrabe das Vertrauen in die Institutionen und führe zur Hinwendung zu rechtspopulistischen und rechtsextremen Parteien. Anders ausgedrückt: Wer pessimistisch in die Zukunft blickt, wählt blau.

Immerhin ergeben die Sora-Forschungen, dass eine große Mehrheit (85 Prozent) die Demokratie für die beste Regierungsform hält. Allerdings gibt es inzwischen jede Menge "gelenkter" Demokratien, wo zwar gewählt wird, aber ein starker Führer ohne Rücksichten schalten und walten kann: in Ungarn, in Russland, in der Türkei ... (Hans Rauscher, 21.9.2016)

Share if you care.