Gut Aiderbichl zeigt Erpressungsversuch bei Staatsanwaltschaft an

21. September 2016, 16:53
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Krankenpfleger von Aiderbichl-Gründer Aufhauser soll Geld gefordert und mit Veröffentlichung intimer Fotos gedroht haben

Salzburg/Wien – Nach Medienberichten, wonach die Stiftung Gut Aiderbichl von einem Pfleger des schwer kranken Aiderbichl-Gründers Michael Aufhauser erpresst worden ist, hat nun dessen Anwalt die Staatsanwaltschaft über die Causa informiert. Der Pfleger soll in SMS und in einem Brief Geld gefordert und mit der Veröffentlichung von intimen Fotos Aufhausers gedroht haben.

Aufhauser hatte im Mai 2015 einen Riss der Aorta und anschließend Schlaganfälle erlitten. Der 64-jährige Chef der Tiergnadenhöfe ist halbseitig gelähmt, erblindet und auf einen Rollstuhl angewiesen. Der Pfleger sei im Dezember über eine Vermittlungsagentur engagiert worden, erklärte der Geschäftsführer der Stiftung, Dieter Ehrengruber, am Mittwoch. Im Sommer sei der Mann auf Urlaub in seine Heimat Kroatien gefahren. "Wir haben uns dabei auch nichts gedacht. Seit 25. Juli hat er sich nicht gemeldet."

Anstatt an seinen Arbeitsplatz zurückzukehren, schickte der Pfleger laut Ehrengruber mehrere SMS an ihn und forderte Geld. "Der Ton hat sich immer mehr verschärft." Schließlich langte ein Brief ein. "In erste Linie wollte er Fotos veröffentlichen", so der Geschäftsführer.

Der Absender soll in dem Brief erklärt haben, dass er von Ehrengruber aufgefordert worden sei, an Aufhauser geschlechtliche Handlungen vorzunehmen. Er werde mit kompromittierenden Fotos von Aufhauser, die er gemacht habe, an die Öffentlichkeit gehen, falls kein "Schweigegeld" fließt.

Pfleger offenbar untergetaucht

Ehrengruber bezeichnet die Vorwürfe als absurd. "Das ist absolut kein Thema. Er (Aufhauser, Anm.) ist so bedürftig, dass er sich auf seine Genesung konzentriert. Und körperliche Bedürfnisse in diese Richtung waren nie ein Thema", sagte er in einem ORF-Interview. "Ich war am Anfang total schockiert und wusste nicht, was ich davon halten soll. Ich bin natürlich entrüstet und enttäuscht und wütend, dass ein Mensch so weit geht, dass er sich an einem Bedürftigen vergeht."

Der Pfleger ist offenbar untergetaucht. "Die Vermittlungsagentur hat sich jetzt bei uns gemeldet und sich entschuldigt", sagte Ehrengruber der APA. Er hofft nun, dass strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet werden.

Aufhausers Anwalt Rudolf Mayer wurde mit der Causa betraut. Er habe am Montag die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft informiert, bestätigte er am Mittwoch der APA. Der Staatsanwalt solle nun beurteilen, ob der Fall strafrechtlich relevant sei. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft verständigte er, weil dort ein Verfahren um Betrugsvorwürfe im Zusammenhang mit Zuwendungen von privaten Gönnern an die Stiftung anhängig ist.

Eine Anzeige wegen eines Erpressungsversuches ist bei der Salzburger Polizei bisher nicht eingegangen. "Wir haben keine Kenntnisse über den Fall, es gibt keine Ermittlungen", sagte eine Sprecherin der Landespolizeidirektion am Mittwochnachmittag. (APA, 21.9.2016)

  • Das im Vorjahr eröffnete Fuchsgehege auf Gut Aiderbichl. Gründer Michael Aufhauser soll erpresst worden sein.
    foto: apa/gut aiderbichl/unbekannt

    Das im Vorjahr eröffnete Fuchsgehege auf Gut Aiderbichl. Gründer Michael Aufhauser soll erpresst worden sein.

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