Schlechter Schlaf schadet dem Gehirn

21. September 2016, 17:18
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Das Gehirn regeneriert während der Nachtruhe, chronische Schlafstörungen spielen eine Rolle bei der Entwicklung von Parkinson und Alzheimer.

Auf dem Neurologenkongress in Mannheim werden die neuesten Ergebnisse zum Thema Schlaf diskutiert. "Guter Schlaf erhöht die Chancen, bis ins hohe Alter geistig fit und gesund zu bleiben", sagt der Neurologe und Schlafmediziner Geert Mayer im Rahmen eines Schlafsymposiums. Schlaf schützt das Gehirn vor neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson, "Schlafstörungen und neurologische Erkrankungen hängen oft eng zusammen", ist er überzeugt.

Ein paar Fakten über die Wirkung von Schlaf: Ausreichend erholsamer Schlaf ist für den Menschen überlebenswichtig. Während der Körper ruht, regenerieren die Muskeln, speichert das Gehirn Gelerntes ab und das Immunsystem arbeitet auf Hochtouren, um Krankheiten abzuwehren.

Gehirn bleibt unentrümpelt

Neue wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass guter Schlaf auch vor neurologischen Altersleiden wie Parkinson schützen kann. "Schlaf ist für das Gehirn wie ein Spülprogramm, denn im Schlaf werden Abbaustoffe ausgewaschen", erklärt Mayer, Chefarzt der Neurologie und des Schlafmedizinischen Zentrums der Hephata-Klinik in Schwalmstadt. "Fehlt die Nachtruhe, kann sich in den Nervenzellen Abfall des Gehirnstoffwechsels anhäufen und Schaden anrichten."

Eine mögliche Folge von Schlafmangel ist, dass fehlerhaft gefaltetes Alpha-Synuklein nicht ausreichend aus dem Zentralnervensystem entfernt wird. Das Eiweiß wird als Ursache der Parkinson-Krankheit diskutiert. Es lagert sich typischerweise im Gehirn der Erkrankten ab, wo es in den Nervenzellen sogenannte Lewy-Körperchen bildet. Je weiter die Krankheit fortschreitet, desto mehr dieser schädlichen Ablagerungen entstehen im Gehirn. "Abbaustoffe, die charakteristisch für die Alzheimer-Erkrankung sind, wie Tau-Proteine oder Beta-Amyloid, werden ebenfalls vorwiegend im Schlaf aus dem Gehirn gewaschen", ergänzt Mayer.

Schlaf kennt viele Varianten des Normalen. Während Babys noch den halben Tag verschlafen, kommen Erwachsene oft mit wenigen Stunden aus. Viele Menschen, vor allem ältere, wünschen sich mehr erholsame Nachtruhe. "Nicht jeder, der das Gefühl hat, schlecht zu schlafen, leidet unter einer behandlungsbedürftigen Schlafstörung", betont der Schlafmediziner. "Aber Tagesschläfrigkeit, Ein- und Durchschlafstörungen, die länger als drei Monate anhalten, sehr unruhiger Schlaf, Atemaussetzer und andere auffällige motorische Phänomene im Schlaf sollten im Schlaflabor abgeklärt werden," so Mayer. (red/idw, 21.9.2016)

  • Müde und doch nicht müde genug: Schlaflosigkeit ist quälend, vor allem um drei Uhr nachts.
    foto: istockphoto

    Müde und doch nicht müde genug: Schlaflosigkeit ist quälend, vor allem um drei Uhr nachts.

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