US-Wirtschaftsverbände jammern wegen Überstundenzuschlägen

21. September 2016, 13:08
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Millionen Beschäftigte bekommen erstmals Geld für Überstunden

Washington – Die Neuregelung der US-Regierung für bezahlte Überstunden stößt auf breite Gegenwehr. Mehrere US-Bundesstaaten und mächtige Wirtschaftsverbände zogen am Dienstag gegen die Neuerung vor Gericht. Durch die Regelung bekommen Millionen Beschäftigte in den USA ab Dezember erstmals ihre Überstunden bezahlt.

Die US-Handelskammer, Anführer der Klägergruppe aus 21 Staaten und rund 50 Verbänden, kritisiert, dass dadurch die Lohnkosten der Firmen stark steigen würden. Die Regierung sei zu weit gegangen, sagt Handelskammer-Vizepräsident Randy Johnson. Kleine Firmen, gemeinnützige Organisationen und andere Arbeitgeber beklagen, dass die neue Vorschrift "zu erheblichen neuen Lohnkosten und vielen Betriebsstörungen führen wird". Von der Regelung sollen laut US-Regierung rund 4,2 Millionen Beschäftigte profitieren.

50-bis-60-Stunden-Wochen

In den USA sind 50-bis-60-Stunden-Wochen nicht ungewöhnlich. Um die Überstunden abzuverlangen, werden Angestellte besonders in der Dienstleistungsbranche häufig als Abteilungsleiter und Manager eingestuft, ohne dass sie dadurch wesentlich mehr verdienen als einfache Angestellte. Die reguläre Wochenarbeitszeit liegt bei 40 Stunden, darüber hinaus gearbeitete Stunden müssen aber nur entgolten werden, wenn das Gehalt unter einer bestimmten Schwelle liegt. Seit mehr als einem Jahrzehnt liegt diese Schwelle bei 455 Dollar (nach aktuellem Kurs 407 Euro) pro Woche, durch die Neuregelung wird sie auf 913 Dollar angehoben.

In zwei parallelen Klagen vor einem Gericht in Sherman, Texas bestreiten die Kläger nun das Recht des US-Arbeitsministeriums, die Ausnahme für die betroffenen Jobs zu ändern. Die Neuregelung würde nicht nur Firmen schaden, sie würde sie auch zwingen, Manager-Stellen in einfache Angestelltenpositionen umzuwandeln und so die Karrieremöglichkeiten der Arbeitnehmer einzuschränken, argumentieren die Kläger.

US-Arbeitsminister Thomas Perez kündigte an, dass die Regierung energisch gegen die Klagen vorgehen werde, "um mehr hart arbeitenden Menschen eine echte Chance zu geben, mit ihrem Gehalt auszukommen." (APA, 21.9.2016)

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