Radiotest, ungeglättet: 70 Prozent Marktanteil für ORF

21. September 2016, 12:00
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In der Werbezielgruppe 61 Prozent zu 38 bei Privatradios. Erhebung liefert nach Manipulationen wieder korrekte Daten.

Wien – Im Frühjahr gingen die Ätherwellen hoch, als bekannt wurde, dass Mitarbeiter von GfK die Daten des Radiotest "geglättet" hatten – in den meisten Fällen zugunsten des ORF. Mittwoch veröffentlichte das Marktforschungsinstitut die ersten Daten danach. Den Markt dominieren, und das grob wie zuvor, die Radios des öffentlich-rechtlichen ORF.

GfK veröffentlicht nun laut Privatradio-Vermarkterin RMS alle halben Jahre Berichtsbände über jeweils ein Jahr rollierend – also wie die Media-Analyse auf der Basis eines ganzen Kalenderjahres oder, wie nun, vom 1. Juli 2015 bis zum 30. Juni 2016. Mit weit größerer Datenbasis als die bisherigen Halbjahresberichte.

Die Daten 2015/16 im (nationalen) Markt-Überblick:

Beim Publikum ab zehn Jahren, ohne Limit nach oben, halten die ORF-Radios gemeinsam und bundesweit bei 70 Prozent Marktanteil, die neun Regionalradios mit 33 Prozent knapp vor Ö3. Das bisher einzige bundesweite Privatradio, Kronehit, kommt hier auf 8 Prozent, die von der RMS vermarkteten Sender zusammen und inklusive Kronehit auf 26 Prozent.

In der Werbezielgruppe der 14- bis 49-Jährigen erreicht der ORF bundesweit noch 61 Prozent Marktanteil; die Privatsender erreichen 38 Prozent – auf sie entfallen also 38 Prozent der von dieser Zielgruppe gehörten Radiominuten. Kronehit steht für 13 Prozentpunkte der 38.

Beim Wiener Gesamtpublikum liegen die RMS-vermarkteten Privatradios mit 29 Prozent Marktanteil Kopf an Kopf mit Ö3 (28 Prozent). In der Wiener Werbezielgruppe steht es 40 Prozent Marktanteil für die RMS-Radios zu 32 Prozent bei Ö3. Kronehit kommt in Wien auf 8 beziehungsweise 13 Prozent.

Nach den im Frühjahr bekannt gewordenen Manipulationen durch GfK wurden die Radiotestdaten einem externen Auditor in Deutschland zur Prüfung übergeben und nun zur Veröffentlichung freigegeben. Vergleiche mit Daten aus den Vorjahren sind durch die Korrekturen diesmal nicht möglich.

Beim ORF, der von den Manipulationen in den vergangenen Jahren profitiert haben soll und dessen Werte teils nach unten revidiert worden waren, zeigte man sich mit den aktuellen Ergebnissen zufrieden. "Auch nach externer Überprüfung der Radiotest-Daten ist die Stärke der ORF-Radioflotte unbestritten und der ORF unangefochtener Marktführer, eine grobe Verschiebung der Marktverhältnisse ist nicht erkennbar", erklärte Radiodirektor Karl Amon. "Die ersten Ergebnisse des Jahres 2016 sind ein schöner Erfolg für alle Radioangebote des ORF, insbesondere für Ö3."

Ähnlich Kronehit-Geschäftsführer Ernst Swoboda: "Wir freuen uns natürlich sehr über die Bestätigung der Reichweitenstärke und Position von Kronehit. Noch wichtiger ist aber, dass es nunmehr auf 'Herz und Nieren' geprüfte Daten für den Radiomarkt gibt und wir alle auf einer gesicherten Basis arbeiten können." Doris Ragette vom Privatradio-Vermarkter RMS Austria nannte die Ergebnisse für die Privatsender "besonders erfreulich". Positiv betonte sie den Umstand, dass die Privatradios in der werberelevanten Zielgruppe mit 36 Prozent Marktanteil "eindeutig auf Augenhöhe mit dem Mitbewerb" Ö3 sind, der es auf 38 Prozent brachte. (red, APA, 21.9.2016)

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