Studie: Wer arbeitslos ist, raucht eher

20. September 2016, 16:59
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Sozial benachteiligte Gruppen haben schlechteren Gesundheitszustand

Wien – Bildungsstand, Erwerbsstatus und die Art der beruflichen Tätigkeit haben einen prägenden Einfluss auf die Gesundheit. Das Gesundheitsministerium hat die Statistik Austria beauftragt, Daten, die im Rahmen der Österreichischen Gesundheitsbefragung 2014 erhoben worden waren, zu analysieren.

Geringer Bildungsstand und Arbeitslosigkeit stehen häufig mit gesundheitlichen Risikofaktoren wie Rauchen und Übergewicht im Zusammenhang. Das Alter spielt dabei kaum eine Rolle. Männer mit Pflichtschulabschluss rauchen mehr als doppelt so häufig als jene mit höherer Bildung. Bei Frauen sind die Unterschiede noch größer. Bei Menschen ohne Job ist der Unterschied noch größer. Während knapp die Hälfte der Frauen ohne Job (46 Prozent) rauchten, waren es bei den weiblichen Erwerbstätigen lediglich 29 Prozent. Deutlich mehr als die Hälfte der arbeitslosen Männer (58 Prozent) rauchten, von denen, die arbeiten, ist es nur jeder Dritte.

Die Analyse zeigt, dass sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen einen schlechteren Gesundheitszustand aufweisen und mehr Gesundheitsrisiken ausgesetzt sind. Besonders betroffen sind Personen mit einem geringen Einkommen oder mit einer Migrationsbiografie sowie Langzeitarbeitslose.

Ein ähnliches Bild zeigte sich beim Auftreten von starkem Übergewicht: Auch hier sind Personen mit geringerer Schulbildung deutlich öfter betroffen (Frauen: 19 zu sieben Prozent, Männer: 24 zu elf Prozent). Der Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Übergewicht ist bei Frauen ausgeprägter als bei Männern. Lediglich zehn Prozent der erwerbstätigen Frauen, jedoch 23 Prozent der arbeitslosen Frauen hatten starkes Übergewicht (Männer: 14 zu 21 Prozent).

Einkommensschwache Menschen leiden auch häufiger unter chronischen Krankheiten wie chronischen Kopfschmerzen, Depressionen oder Harninkontinenz und Bluthochdruck bei Frauen.

Deutliche Unterschiede gibt es auch bei der Lebenserwartung und den gesunden Lebensjahren. Männer mit Hochschulabschluss leben durchschnittlich um sechs Jahre länger als Pflichtschulabsolventen. Besser gebildete Frauen haben etwa zehn gesunde Lebensjahre mehr. (APA, mte, 21.9.2016)

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