Bluttat nach Vergewaltigung: Verdächtiger in Justizanstalt

20. September 2016, 14:49
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Gegen 45-Jährigen sollte am Nachmittag U-Haft beantragt werden

Wien – Nach der Festnahme eines 45-Jährigen, der in der Nacht auf Montag einen 27-Jährigen in Wien-Ottakring niedergestochen hatte, ist der Verdächtige an das Landesgericht Wien überstellt worden. Die Staatsanwaltschaft Wien werde am Dienstagnachmittag die Untersuchungshaft beantragen, kündigte die Sprecherin der Behörde, Nina Bussek, an.

Der 45-Jährige war wegen Mordversuchs festgenommen worden. Ermittlungen der Polizei ergaben, dass der 45-Jährige am Sonntag Opfer einer Vergewaltigung wurde. Die Polizei prüft, ob die beiden Straftaten zusammenhängen. Der 27-Jährige befand sich weiterhin im Krankenhaus. Er befand sich zwar nicht mehr in Lebensgefahr, konnte aber abgesehen von einer kurzen Erstbefragung nicht einvernommen werden.

Sowohl Täter als auch Opfer sind Asylwerber, die in einer Unterkunft in Favoriten wohnten. Bei dem 45-Jährigen handelt es sich um einen marokkanischen Staatsbürger. Zuvor hatte er angegeben, 35 Jahre alt zu sein und aus Syrien zu stammen. "Mit diesen Angaben hat er sich beim Asylantrag bessere Chancen ausgerechnet", zitierte Polizeisprecher Thomas Keiblinger am Montag aus der Einvernahme des Mannes.

45-Jähriger verweigert Aussage

Die Ermittlungen der Polizei gestalten sich schwierig, da der 45-Jährige ansonsten jegliche Aussage verweigert. "Er hat nur gesagt, wer er wirklich ist", berichtete Keiblinger. Ansonsten gab der Mann an, dass er "erst vor Gericht seine Aussagen tätigen wird". Die nächste Einvernahme erfolgt Bussek zufolge frühestens bei der Verhandlung über die Verhängung der U-Haft.

Die Anzeige wegen Vergewaltigung hatte ein Krankenhaus in Landstraße erstattet, in dem sich der Mann Sonntagmittag behandeln hatte lassen. Der 45-Jährige sagte gegenüber den Ärzten, er sei in Ottakring von zwei Männern vergewaltigt worden. Zuvor war er mit ihnen in eine Wohnung gegangen. Dort habe er eine Limonade getrunken und sei dann schwer benommen, teilweise auch bewusstlos gewesen.

Diesen Zustand sollen die beiden Männer ausgenutzt und ihn vergewaltigt haben. Mit Schmerzen sei er dann wach geworden und habe sich in das Krankenhaus begeben. Die Ärzte verständigten die Polizei. Der Marokkaner machte weder Angaben zum genauen Tatort noch zu den beiden Männern.

Untersuchung auf K.o.-Tropfen

Nach der Behandlung im Krankenhaus begab sich der 45-Jährige wieder in die Unterkunft in Favoriten. Knapp zwölf Stunden später attackierte er dann den 27-jährigen Asylwerber aus Syrien mit dem Taschenmesser. Nach Aussagen von Zeugen gab es zwischen den beiden Männern zuvor keinen Streit. Bewohner des Heims griffen ein, Beamte der Wega nahmen den 45-Jährigen schließlich fest. Die Tatwaffe mit einer Klingenlänge von acht Zentimetern wurde sichergestellt.

Beim 45-Jährigen wurde Blut abgenommen, damit soll geklärt werden, ob er mittels K.o.-Tropfen betäubt wurde oder Drogen konsumiert hatte. Auch die Mitbewohner der beiden Männer sollen noch von der Polizei befragt werden. Dazu gab es am Dienstag noch keine weiteren Erkenntnisse. (APA, 20.9.2016)

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