Simbabwe: Operationen eingestellt, weil Schmerzmittel fehlen

20. September 2016, 13:59
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Weil es keine Schmerzmittel gibt, werden im Harare Central Hospital keine Operationen durchgeführt. Auch Grundlegendes fehlt: Patienten müssen Bettwäsche mitbringen

Simbabwes wichtigstes Krankenhaus hat wegen eines Mangels an Schmerzmitteln die Durchführung von Operationen vorläufig eingestellt. Die Opposition machte am Dienstag Präsident Robert Mugabe für einen Verfall des Gesundheitssystems verantwortlich.

Das Harare Central Hospital in der Hauptstadt des Landes führe nur mehr Notoperationen durch, hieß es in einer durchgesickerten Mitteilung des Krankenhausleiters, George Vera. Viele öffentliche Krankenhäuser hatten in den vergangenen Jahren unter Geldmangel gelitten.

Dieser Zustand sei ein Zeichen des "völligen Versagens des Staates", twitterte der Oppositionsführer und ehemalige Finanzminister Tendai Biti. Die Bevölkerung empörte sich auf sozialen Netzwerken. Ihre Wut richtete sich insbesondere gegen Langzeit-Präsident Mugabe.

Bettwäsche von Zuhause

Der 92-Jährige ist seit fast vier Jahrzehnten an der Macht. Er fliegt regelmäßig zu Behandlungen nach Singapur.

Zahlreiche Patienten in Simbabwe sind dazu gezwungen, ihre eigene Bettwäsche ins Krankenhaus mitzubringen. Der Mangel an Medikamenten und Ausstattungen habe "Krisenstatus" erreicht, sagte der Direktor der Organisation Community Working Group on Health (CWGH), Itai Rusike. Etwa 110.000 Patienten suchen das Krankenhaus jährlich auf.

In den vergangenen Monaten war es bei Protesten gegen Mugabe und die verfehlte Wirtschaftspolitik seiner Regierung zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Streitkräften gekommen. (APA, 20.9.2016)

  • Der simbabwische Präsident Mugabe fliegt regelmäßig zu medizinischen Behandlungen nach Singapur.
    foto: reuters

    Der simbabwische Präsident Mugabe fliegt regelmäßig zu medizinischen Behandlungen nach Singapur.

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