Strategien gegen Stress im Job

22. September 2016, 09:00
39 Postings

Stress im Job liegt nicht nur an äußeren Umständen, sondern manchmal an einem selbst. Mit simplen Strategien kann das vermieden werden

Überstunden, ständige Erreichbarkeit – es gibt viele äußere Faktoren, die für mehr Stress im Arbeitsleben sorgen. Allerdings gibt es auch eingie Fühl- und Verhaltensmuster, auf Grund derer die Belastung noch zunimmt. Personalentwicklerin Tanja Abwa nennt hier fünf Muster, die garantiert für kein stressfreies Leben sorgen: Das Gefühl, keine Schwäche zeigen zu dürfen, immer schnell und effizient zu sein, das Bestreben stets fehlerfrei zu arbeiten, anderen zu gefallen und sich selbst zu hohe Ziele zu setzen.

Was man dagegen tun kann:

  • Schwächen zeigen

Keine Schwächen zeigen – dieser Glaubenssatz ist insbesondere bei Managern weit verbreitet und macht ihnen laut Abwa das Businessleben schwer. "Klar ist es im Business meist nicht von Vorteil, Schwächen zu zeigen. Bei Führungskräften ist aber der innere "Sei stark-Antreiber" oftmals so ausgeprägt, dass dieser auf Dauer krank macht." Wer sich darin wiedererkennt, müsse an dieser Einstellung arbeiten: "Wer kommunizieren kann, wenn es ihm zu viel wird oder wenn er nicht mehr kann, ist der eigentlich Starke. Weil er den Mut hat, dies auszusprechen und weil er gut für sich sorgt", sagt Abwa. Schwäche zu zeigen müsse nicht immer heißen sich auch schwach zu fühlen. Abwa empfiehlt deswegen darüber nachzudenken, bei welchen Menschen und in welchen Situationen man Schwäche zeigen konnte. Wie waren die Reaktionen? Wie ging es einem selbst damit?

  • Auszeiten nehmen

Schnelligkeit und Multitasking sind in der digitalen Arbeitswelt Grundvoraussetzungen. Auch hiermit kann man es allerdings übertreiben: Wenn man dazu neigt, Dinge in Eile zu erledigen, auch wenn es keinen Anlass gebe: "Dann verstärkt sich der innere Antreiber, der da heißt: Motor sein, Dinge voranbringen, keine Zeit verschwenden! Schnell sein wird wichtiger als erfüllt sein", sagt Abwa. Ihr Tipp: Sich den Satz "Wenn du es eilig hast, gehe langsam" zum Motto zu machen. "Räumen Sie sich bewusst täglich kleine Auszeiten ein – kurze Pausen von drei bis fünf Minuten, die sie mit angenehmen Empfindungen füllen." Dadurch sollen sich Entspannung, Wohlgefühl und Ruhe im Körper ausbreiten. Man werde spüren, dass man auch ohne Eile viel erledigen kann.

  • Fehler akzeptieren

Natürlich: Das Bestreben, die Arbeit gründlich und möglichst fehlerfrei zu erledigen, gilt im Job als selbstverständlich. Allerdings spielt das denjenigen in die Hände, bei denen Perfektion schnell zum Zwang wird: "Perfektionisten sind stets davon überzeugt, noch nicht gut genug zu sein, immer noch besser werden zu müssen. Mit diesen Ansprüchen an die eigene Arbeit arbeiten sie stets mehr als nötig und unter höchster Anspannung – und werden sich dennoch selbst nie gerecht." Aber: Auch Perfektionisten passieren Fehler, diese solle man bewusst machen: "Bauen Sie bei kleineren und nicht so wichtigen Aufgaben einfach mal bewusst Fehler ein, und achten Sie darauf, ob dies jemand merkt", schlägt die Personalentwicklerin vor. Man werde feststellen, dass dies häufig nicht der Fall sei.

  • Gegen den Strom schwimmen

Auch das Bedürfnis gefällig zu sein nimmt Abwa vermehrt wahr. Nein sagen falle vielen Menschen schwer. Obwohl man schon am Ende der Kräfte sei, würde man oft noch ein Projekt aufnehmen oder der Chefin nach Feierabend helfen. "Aus dem gleichen Grund versuchen Menschen mit diesem Verhaltensmuster selten, ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Konflikte empfinden sie als absoluten Stressfaktor, weil sie immer denken, sich dadurch unbeliebt zu machen." Auch diesen Stressfaktor kann man in den Griff bekommen – Abwa rät dazu die eigenen Ecken und Kanten zu zeigen: "In Meetings eine andere Meinung als die vorherrschende zu vertreten wäre eine gute Übung um mutiger zu werden."

  • Nur die Ruhe

Man kennt sie, die Botschaften von (schlechten) Motivationsgurus und Ratgeberliteratur: Setzen Sie sich hohe Ziele! Wer nicht aufgibt, erreicht alles! Auf manche Menschen hätten solche Botschaften aber eher eine quälende, statt einer anspornenden Wirkung, sagt Abwa. Der Grund: Sie verstärken den Glaubenssatz "Streng Dich an!" – die Überzeugung, dass man sich Erfolge hart erarbeiten muss. Nur schwer erreichbares werde als wertvoll betrachtet. Das Problem dabei: Die Grenzen der Belastbarkeit sind sehr hoch gesteckt. Ein Ziel ohne Mühe zu erreichen, zähle kaum noch. Abwa schlägt vor, dass für den Job an die Grenzen gehen zur Ausnahme, statt zur Regel werden sollte. "Hohe Ansprüche an die eigene Arbeit zu stellen ist legitim, doch was, wenn das Resultat Ihren Ansprüchen niemals gerecht werden kann? Bedenke Sie, dass die Qualität des Ergebnisses darunter leiden könnte. Gehen Sie entspannt an die Sache heran." (lhag, 22.9.2016)

  • Manchmal ist es nicht die zu knappe Deadline, die für Stress sorgt, sondern wir selber. Meist liegt das an viel zu hohen Ansprüchen an sich selbst, weiß Personalentwicklerin Tanja Abwa. Sie hat fünf Strategien für Menschen, die sich selbst ein hohes Maß an Belastung einbrocken.
    foto: istock

    Manchmal ist es nicht die zu knappe Deadline, die für Stress sorgt, sondern wir selber. Meist liegt das an viel zu hohen Ansprüchen an sich selbst, weiß Personalentwicklerin Tanja Abwa. Sie hat fünf Strategien für Menschen, die sich selbst ein hohes Maß an Belastung einbrocken.

Share if you care.