16-Jähriger nach Terror-Fehlalarm in Paris festgenommen

19. September 2016, 17:18
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Behörden suchen nach zweitem Jugendlichen

Paris – Nach einem Anschlags-Fehlalarm in Paris vom Wochenende ist ein 16-Jähriger festgenommen worden. Ihm werde vorgeworfen, mutwillig einen Großeinsatz der Sicherheitskräfte im Zentrum der französischen Hauptstadt ausgelöst zu haben, hieß es am Montag von den Ermittlern.

Nach einem zweiten Jugendlichen werde immer noch gesucht. Den beiden wird unter anderem die Verbreitung von Fehlinformationen vorgeworfen.

Am Samstagnachmittag hatte jemand bei der Polizei angerufen, der sich als Opfer einer Geiselnahme in einer Kirche im Einkaufsviertel Les Halles bezeichnete. Daraufhin wurde ein Großaufgebot von Sicherheitskräften mobilisiert, die Behörden verbreiteten eine offizielle Anschlagwarnung per App. Das Innenministerium erklärte später, es habe sich um einen Fehlalarm gehandelt.

Festnahme im Departement Marne

Über die Identität des festgenommenen Jugendlichen wurde zunächst nichts bekannt. Seine Festnahme erfolgte nach Aussage der Ermittler im Departement Marne östlich von Paris. Unklar war, ob es sich bei ihm um einen von zwei jungen Männern handelt, die sich in sozialen Netzwerken mit dem Fehlalarm gebrüstet hatten.

Der Zeitschrift "L'Obs" hatte einen der beiden mit der Aussage zitiert, sie hätten einen "Hype" erzeugen wollen. Dem Magazin zufolge sind die möglichen Urheber nach eigenen Angaben 16 und 17 Jahre alt und arbeiten für einen franko-israelischen Hacker. Nach dem Mord an einem Priester in Nordfrankreich im Juli seien sie davon ausgegangen, dass ein vorgetäuschter Überfall auf eine Kirche am meisten Wirbel erzeuge.

Die Behörden stehen in der Kritik, weil sie die Anschlags-App SAIP aktivierten, ohne den Sachverhalt vorher zu prüfen. Franzosen in der Nähe des angeblichen Tatorts wurden über die App aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. Nach dem Attentat von Nizza mit 86 Toten war kritisiert worden, über die App sei erst mit mehrstündiger Verspätung eine Warnung verbreitet worden. (APA, 19.9.2016)

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