Nationalratspräsidentin Bures reist nach Israel

19. September 2016, 15:35
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Treffen mit Knesset-Chef Edelstein und Holocaust-Überlebenden – Gedenktafel für Barbara Prammer wird enthüllt

Jerusalem/Wien – Nationalpräsidentin Doris Bures (SPÖ) reist am Donnerstag nach Israel. Die Reise sei ein Gegenbesuch zur Visite des israelischen Parlamentspräsidenten Yuli-Yoel Edelstein 2014 in Österreich, wie ihre Sprecherin Marianne Lackner der APA am Montag mitteilte.

Bures, die ja wegen des Fehlens eines österreichischen Bundespräsidenten derzeit auch die Sprecherin des Kollegiums der drei Parlamentspräsidenten und damit höchste Repräsentantin Österreichs ist, fährt in ihrer Funktion als Parlamentsvorsitzende. Bures wird Edelstein am Montag in der Knesset wiedertreffen. Auch ein Gespräch mit dem Vorsitzenden der Israelisch-Österreichischen parlamentarischen Freundschaftsgruppe und Ex-Verteidigungsminister, Amir Peretz (Zionistische Union), ist geplant.

Gedenktafel für Prammer

Auf dem Programm stehen außerdem ein Besuch der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem sowie ein Treffen mit österreichischen Holocaust-Überlebenden. In Rechovot wird in Beisein von Bures eine Gedenktafel für die frühere Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) enthüllt. Organisiert wird dies von der Frauenorganisation WIZO (Women's International Zionist Organisation). Bures besichtigt in Rechovot außerdem das Weizmann Institut für Grundlagenforschung.

Bei dem Arbeitsbesuch von Bures geht es inhaltlich um die bilateralen Beziehungen sowie die historische Verantwortung Österreichs, wie Lackner sagte. Die Nationalratspräsidentin will sich über die Lage im Nahen Osten informieren ebenso will sie sich ein Bild von Israel als Forschungs- und Hightech-Land machen. Nicht ausgeschlossen wird, dass Bures auch auf den Bundespräsidentschaftswahlkampf angesprochen wird.

Dies war beim Israel-Besuch der Klubobmänner von SPÖ und ÖVP, Andreas Schieder und Reinhold Lopatka, im Mai Thema. Die Entwicklungen in Österreich beobachte man in Israel "sehr genau", hatte Lopatka damals berichtet. Im Wahlkampf hatten Angaben von FPÖ-Kandidat Norbert Hofer für Aufsehen gesorgt, er sei als Dritter Nationalratspräsident zu einem "offiziellen" Besuch in der Knesset eingeladen gewesen. Die israelische Regierung pflegt seit Jahren keinen offiziellen Umgang mit FPÖ-Politikern. Als die FPÖ im Jahr 2000 an die Regierung kam, hatte Israel die diplomatischen Beziehungen auf Eis gelegt. (APA, 19.9.2016)


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