Burgenlands kommunale "Sicherheitspartner" in Ausbildung

19. September 2016, 15:56
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FPÖ-Landeshauptmann-Vize Johann Tschürtz startet sein Herzensprojekt

Eisenstadt – Seit Anfang September realisiert sich allmählich jene Angelegenheit, auf die Burgenlands blauer Landeshauptmann-Stellvertreter, Johann Tschürtz, so herzblutgetrieben hingearbeitet hat seit mehr als einem Jahr: In neun ausgewählten Pilotgemeinden werden insgesamt 24 "Sicherheitspartner" ein Auge auf Unregelmäßigkeiten werfen; aber regelmäßig auch auf Notwendiges. Tschürtz beschreibt das Projekt als eine Mischung aus "Sicherheit und Bürgerservice".

Am Montag startete auf der FH Eisenstadt die einschlägige Ausbildung der bei einer Sicherheitsfirma beschätigten Sicherheitspartner. In vier Modulen werde da Ethisches, Rechtliches (Notwehrrecht, Haftungen etc.), Technisches (Brandschutz, Tablet, Defibrilator etc.) und Praktisches (Selbstschutz, Deeskalation usw.) vermittelt.

Am Ende steht für die 15 Männer und neun Frauen – ausgesucht aus mehr als 200 Bewerbern – eine Prüfung. Um allfälliges Nichtbestehen abzufedern, besuchen auch drei Mitarbeiter der Security-Firma den Kurs. Sodass ab 10. Oktober tatsächlich der Sicherheitspartnerdienst vollumfänglich angetreten werden kann.

Keine Polizei

Nicht nur Tschürtz legt aber Wert auf die Feststellung, dass hier keinesfalls polizeiliche Tätigkeiten ausgeübt werden; nur quasi kooperatives Beobachten. Es gehe darum, den Patrouillendienst im Elektroauto möglichst umfassend zu interpretieren. So unter anderem (Schulwegsicherung oder Postkastl-Leerung im Abwesenheitsfall usw.) auch Einkaufsdienste für betagtere oder immobile Leute im Dorf.

Genau dieser Dienst hat übrigens eine erstaunliche – beziehungsweis mit geschult heimischem Auge nicht erstaunliche – Konsequenz. Herbert Wagner, Chef der gleichnamigen Sicherheitsfirma, bei der die Kommunal-Securitys angestellt werden ("kollektivvertragsgemäß, rund 1300 netto"), erzählt, dass man fürs Einkaufengehen um eine eigene Konzession habe ansuchen müssen:"Güterbeförderung". Aber eh nur bis 3,5 Tonnen und damit "eine bloße Anmeldekonzession". Die patrouillierenden Partner und Partnerinnen werden übrigens, so Firmenchef Wagner, elektronisch "georeferenziert" begleitet. Eine eigene App im Dienst-Tablet wird Firma und Akademie Burgenland vom Zeit-Weg-Diagramm der Mitarbeiter in Kenntnis setzen.

Nachhaltigkeit

Immerhin soll das ersten Jahr des Gemeindesicherheitspartnerprojekts "wissenschaftlich begleitet werden". Ein Jahr lang. Dann, so Wagner, "werden wir uns nicht mehr aufs Gefühl verlassen müssen, sondern wissen".

Das Land fördert mit 500.000 Euro, 150.000 kommen von der EU. Die Nachhaltigkeit des Projekts erwiese sich dann aber erst bei echtem, von Kommunen und Privaten auch entgoltenem Bedarf. Dort also, wo Sicherheitsgefühl und Sicherheitslücke sich scheiden. (Wolfgang Weisgram, 19.9.2016)

  • Johann Tschürtz, der blaue Vize des roten Hans Niessl, hat sich zur Aufgabe gestellt, das Burgenland ordentlich zu behüten.
    foto: apa/georg hochmuth

    Johann Tschürtz, der blaue Vize des roten Hans Niessl, hat sich zur Aufgabe gestellt, das Burgenland ordentlich zu behüten.

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