Verlagsgruppe Vandenhoeck & Ruprecht übernimmt Böhlau Verlag

19. September 2016, 12:38
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Marke soll erhalten bleiben, Mitarbeiter werden vorerst übernommen

Wien/Göttingen – Die deutsche Verlagsgruppe Vandenhoeck & Ruprecht (V&R) übernimmt den Böhlau Verlag mit 1. Jänner 2017. Das gaben die beiden wissenschaftlichen Traditionsverlage am Montag bekannt. Als Grund für den Verkauf nannte Böhlau-Verlagschef Peter Rauch den Generationswechsel in seinem Haus. Bei V&R betonte man, dass "die Marke Böhlau auf jeden Fall erhalten bleibt".

Er wolle sich als Seniorverleger aus dem Geschäft zurückziehen, begründete Rauch den Verkauf. Sein Sohn, Juniorverleger Johannes Rauch, habe andere berufliche Ambitionen. Aus diesem Grund habe man nach einem Verlagspartner Ausschau gehalten, "der dieselben Werte vertritt wie wir".

Diesen Partner habe der Böhlau Verlag, dessen Anfänge auf die Weimarer Hofdruckerei von 1624 zurückgehen, im 1735 in Göttingen gegründeten Verlag Vandenhoeck & Ruprecht gefunden. Die Schwerpunkte der Verlage würden sich gut ergänzen, "zusammen ergeben wir einen ganz stattlichen Verlag", so Rauch. Auch V&R-Geschäftsführerin Carola Müller betonte, dass sich die beiden Verlage im wissenschaftlichen Buchprogramm hervorragend ergänzen würden. Die rund 30 Böhlau-Mitarbeiter an den drei Standorten Wien, Köln und Weimar sollen vorerst übernommen werden.

Müller sieht insbesondere durch die neue Partnerschaft zwischen Böhlau und Vienna University Press, einem Imprint der V&R-Tochter V&R unipress GmbH, "spannende Möglichkeiten auf dem österreichischen Markt". Durch den Zusammenschluss könnten zudem künftig die Investitionen für technische Innovationen gebündelt und Synergieeffekte genutzt werden.

Über Umsatzzahlen und den Verkaufspreis gibt es keine Auskunft. Bei Böhlau sind im vergangenen Jahr rund 200 Titel neu erschienen, bei V&R waren es rund 350, dazu kommen etwa 30 Zeitschriften.

Zur Verlagsgruppe V&R gehören nun Vandenhoeck & Ruprecht, Vandenhoeck & Ruprecht LLC, Böhlau, Neukirchener Theologie sowie die V&R unipress GmbH mit Vienna University Press, Bonn University Press, Mainz University Press und Osnabrücker Universitätsverlag. (APA, 19.9.2016)

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