Soriano-Triplepack bei 4:1-Sieg gegen Austria

18. September 2016, 18:36
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Bullen nehmen großzügige Geschenke der Wiener an und bleiben Sturm Graz auf den Fersen – Fink: "Enttäuschend, weil wir besser spielen können"

Salzburg – Die Meisterschaft ist nicht die Europa League, die Austria ist nicht Krasnodar. Nur der Publikumszuspruch bleibt konstant schwach. 7.842 Menschen sahen am Sonntagnachmittag in der Red-Bull-Arena den verdienten Sieg der Salzburger im Schlager der achten Bundesligarunde. Aus den vergangenen sechs Meisterschaftsspielen hat die Truppe von Coach Óscar García damit 16 Punkte geholt. Der Meister ist erster Verfolger des überraschenden Tabellenführers Sturm Graz, der am Samstag bei der Admira leichtes Spiel hatte und 3:0 siegte.

Mann des Spiels in der Südstadt war Deni Alar mit zwei Treffern gewesen, in Salzburg übertraf ihn Jonatan Soriano mühelos. Der Spanier, der bis Sonntag von 114 Treffern in der Bundesliga nur zwei gegen die Austria erzielt hatte, netzte sechs Tage vor seinem 31. Geburtstag dreimal.

Den ersten Treffer der Gastgeber hätte allerdings nach einer Viertelstunde Valentino Lazaro erzielen müssen. Der Teamspieler verfehlte nach einem herrlichen Querpass von Andreas Ulmer das Tor der Austria aus kürzester Entfernung. Nur wenige Sekunden später ließ der Kapitän dieses Missgeschick vergessen – unter freundlicher Mithilfe von Osman Hadzikic, der den verletzten Robert Almer im Tor der Austria vertrat. Der 20-Jährige konnte einen sehr zentralen Schuss von Wanderson nicht festhalten, Soriano staubte ab.

Violette Geschenke

Die Austria, die davor schon um einen Gegentreffer gebettelt hatte, fing sich dann langsam. Ihre beste Chance vor der Pause vergab Larry Kayode, der, von Alexander Grünwald gut eingesetzt, an Salzburgs Goalie Alexander Walke scheiterte (32.).

Noch ehe die Partie nach Seitenwechsel in einen offenen Schlagabtausch ausarten konnte, frostete Soriano die Stimmung der Austria, nachdem Raphael Holzhauser den Ball an Valon Berisha vertändelt hatte (49.). Selbst der Anschlusstreffer von Grünwald nach einem Schnitzer von Walke ließ kein Wendegefühl aufkommen (60). Für diesbezügliche Sicherheit sorgte Soriano dann per Freistoß aus 25 Metern, Hadzikic sah erneut nicht wie ein vollwertiger Almer-Ersatz aus.

Ein viertes Tor war Soriano nicht vergönnt, er musste nach elferreifer, aber vom Referee Alexander Harkam nicht geahndeter Attacke von Grünwald humpelnd vom Feld. Also war es an Wanderson, per Fernschuss (86.) den Schlusspunkt zu setzten. (red, 18.9.2016)

Bundesliga-Kick, 8. Runde:

RB Salzburg – Austria Wien 4:1 (1:0). Wals-Siezenheim, Red Bull-Arena, 7.842, SR Harkam.

Tore: 1:0 (16.) Soriano, 2:0 (49.) Soriano, 2:1 (56.) Grünwald, 3:1 (60.) Soriano, 4:1 (85.) Wanderson

Salzburg: Walke – Lainer, Miranda, Caleta-Car, Ulmer – Laimer (87. Leitgeb), Samassekou – Lazaro (63. Radosevic), V. Berisha, Wanderson – Soriano (80. Dabbur)

Austria: Hadzikic – Larsen, Rotpuller, Filipovic, Martschinko – Serbest, Holzhauser (71. Tajouri) – Venuto, A. Grünwald, Pires – Kayode (79. Kvasina)

Gelbe Karten: Wanderson, Caleta-Car, Samassekou bzw. Grünwald, Serbest

Stimmen

Oscar Garcia (Salzburg-Trainer): "Wir wollten dieses Spiel heute stark beginnen und dominant auftreten. Das ist meiner Mannschaft gelungen. Leider haben wir unsere vielen Chancen in der ersten Hälfte nicht verwertet. Denn das 1:0 war ein sehr gefährliches Ergebnis. Deswegen bin ich froh, dass wir in der zweiten Hälfte unsere Chancen genützt haben."

Thorsten Fink (Austria-Trainer): "Es war ein verdienter Sieg von Salzburg, das ein sehr gutes Pressing gespielt hat. Damit sind wir überhaupt nicht zurecht gekommen. Salzburg war frischer, vor allem Laimer, der war überall. Sie waren auch ballsicherer und in allen Statistiken vorne. Insgesamt ist es für mich enttäuschend, weil wir besser spielen können. Es war eine geschlossen schlechte Leistung."

  • Die Bundesliga wird ihrem besten Spieler der letzten 20 Jahre wohl irgendwann ein Denkmal setzen müssen: Jonatan Soriano (l.) tobte sich gegen die Austria aus.
    foto: apa/krug

    Die Bundesliga wird ihrem besten Spieler der letzten 20 Jahre wohl irgendwann ein Denkmal setzen müssen: Jonatan Soriano (l.) tobte sich gegen die Austria aus.

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