Rosberg gewinnt in Singapur

18. September 2016, 16:59
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Ricciardo im Red Bull nur ganz knapp geschlagen – Weltmeister Hamilton im zweiten Mercedes vor Räikkönen im Ferrari nur Dritter – Hülkenberg nach wenigen Metern out

Singapur – Nico Rosberg hat seinen 200. Formel-1-Grand-Prix als Sieger beendet und sich zudem die WM-Führung zurückgeholt. Der Deutsche gewann sein Jubiläumsrennen am Sonntag in Singapur wenige Meter vor Daniel Ricciardo im Red Bull und seinem Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton, der in der Gesamtwertung nun acht Punkte hinter ihm liegt. Am Ende wurde es gegen Ricciardo aber um einiges knapper als geplant.

Der von der Pole Position gestartete Rosberg lag die meiste Zeit ungefährdet vorne, rettete schließlich aber gerade einmal 0,488 Sekunden Vorsprung ins Ziel. Denn Ricciardo drehte nach einem Reifenwechsel im Finish richtig auf und knöpfte Rosberg, der mit strapazierten Bremsen und mitgenommenen Pneus haushalten musste, konstant mehr als zwei Sekunden pro Runde ab. Am Ende halfen dem Deutschen auch die zu überrundenden Autos, die im Weg standen. Die 61. und letzte Runde war für den Australier aber etwas zu kurz.

Haarscharfe Kalkulation

"Das war ein tolles Wochenende für mich. Am Ende war es aber richtig eng", jubelte Rosberg auf dem Siegerpodest. Beim Nachtrennen auf dem 5,065 Kilometer langen Marina Bay Street Circuit hatte er zuvor noch nie gewonnen. "Es gab immer wieder Momente, wo ich dachte, es geht sich nicht aus. Aber so muss die Formel 1 sein", berichtete Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff im ORF über gehöriges Nervenflattern. "In den ersten Runden war er drei, vier Sekunden schneller, und dann ist unser ganzes mathematisches Modell zusammengekracht. Es war aber auch klar, dass der Supersoft irgendwann in die Knie gehen muss."

Ricciardo ließ sich keine Enttäuschung anmerken, freute sich vielmehr über die australischen Flaggen im Publikum. "Ich habe echt alles gegeben. Wir haben mit der Strategie etwas probiert, das mir die Chance ermöglicht, zu gewinnen. Ein, zwei Runden haben gefehlt", meinte der 27-Jährige aus Perth über seinen Last-Minute-Angriff. Im Qualifying war er deutlicher, nämlich 0,531 Sekunden hinter Rosberg gewesen. Hamilton gratulierte artig: "Riesenkompliment an Nico. Er hat den Sieg verdient."

Hattrick für Rosberg

Für den Deutschen war es der 22. Sieg in seiner Laufbahn und der dritte Erfolg in Serie, nachdem er zuvor bereits in Spa und Monza triumphiert hatte. Insgesamt hat Rosberg in dieser Saison damit acht Rennen für sich entschieden, zwei mehr als sein Stallrivale. In der WM stehen von 21 Rennen noch sechs auf dem Programm. Das Saisonfinale steigt am 27. November in Abu Dhabi.

Hinter Hamilton wurde Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen Vierter vor seinem Teamkollegen Vettel. Der Deutsche arbeitete sich nach einem enttäuschenden Qualifying vom letzten Startplatz aus Stück um Stück nach vorne. Max Verstappen kam im zweiten Red Bull auf den sechsten Platz, Fernando Alonso belegte Rang sieben.

Kurzauftritt von Hülkenberg

Turbulent ging es auch in Singapur am Start zu. Nico Hülkenberg zerstörte seinen Force India gleich nach dem Erlöschen der Roten Ampel, als er zwischen den beiden Toro-Rosso-Boliden ins Sandwich geriet. Nach der anschließenden Safety-Car-Phase behauptete Rosberg die Führung, Hamilton fuhr hinter Ricciardo her. Die Mercedes-Box wies beide Piloten zu einem sensiblen Umgang mit überhitzten Bremsen an. Hamilton tat sich mit der Anweisung aber schwer und wirkte über Funk zunehmend hilflos.

Hinter ihm rückte Räikkönen immer näher und nützte schließlich in der 33. Runde einen Verbremser des Briten, um an ihm vorbeizuziehen. Daraufhin stellte Mercedes die Motor-Strategie bei Hamilton um (Funkspruch: "Wir wechseln zu Plan B") und ließ ihn das volle Maximum nützen. Durch einen Undercut konnte er den dritten Platz zurückgewinnen. Nach dem letzten Boxenstopp des Finnen lag der WM-Titelverteidiger wieder vorne. Dennoch war es ein eher verpatztes Wochenende für den Dreifach-Champion. (APA, 18.9.2016)

  • Jubel.
    foto: apa/afp/anthony wallace

    Jubel.

  • Trubel.
    foto: apa/afp/anthony wallace

    Trubel.

  • Der Start des Rennens verlief nicht komplikationsfrei. Hülkenberg kam (zu) flott weg und flog dann rasch raus.
    foto: apa/afp/mohd rasfan

    Der Start des Rennens verlief nicht komplikationsfrei. Hülkenberg kam (zu) flott weg und flog dann rasch raus.

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