Salzburg gegen die Austria und den EL-Frust

17. September 2016, 11:57
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Bullen wollen an starke Ligaauftritte anknüpfen – Garcia warnt vor wieselflinken Stürmern der Violetten – Wiener seit sieben Ligaspielen gegen Meister sieglos

Salzburg/Wien – Fußball-Meister Salzburg geht vermutlich leicht geknickt in den Schlager der 8. Bundesliga-Runde. Während der Meister in der Europa League als Verlierer vom Platz ging, reiste die Austria mit dem Gefühl des Siegers vom internationalen Einsatz zurück. Vor dem Duell am Sonntag (16.30 Uhr/live ORF, Sky) spricht jedoch vieles für einen Heimsieg in Wals-Siezenheim.

Salzburg hat gegen die Austria von den jüngsten acht Liga-Spielen nur ein Match verloren, am 21. September 2014 siegten die Wiener in der Red-Bull-Arena mit 3:2. Seither ist die Austria gegen die Bullen in sieben Spielen plus zwei Cup-Vergleichen sieglos. Auch sind die Salzburger in der Bundesliga derzeit das erfolgreichste Team, in den vergangenen fünf Runden gelangen vier Siege und ein Remis.

Respekt vor dem Gegner

Trainer Oscar Garcia wäre aber nicht er selbst, würde er vom Gegner nicht in den höchsten Tönen sprechen. "Die Austria ist gut in die Meisterschaft gestartet, hat in der Europa League gute Ergebnisse erzielt", meinte der Spanier. Die Wiener – sie liegen in der Tabelle einen Punkt hinter dem Meister – hätten außerdem mit Lucas Venuto und Felipe Pires sowie Larry Kayode schnelle Spitzen.

"Gegen die Austria spielst du gegen drei der schnellsten Stürmer in Österreich. Aber sie haben noch mehr zu bieten. Wir müssen das gut analysieren und uns bestens darauf vorbereiten", sagte Garcia. Ziel sei, die drei Punkte in Salzburg zu lassen, außerdem soll die Tristesse nach der 0:1-Niederlage gegen Krasnodar weichen.

"Beide Mannschaften haben wenig Zeit, sich auf dieses Spiel vorzubereiten. Aber wir wollen mit großer Spielfreude in die Partie gehen", betonte Garcia. Jonatan Soriano – er hat gegen die Austria nur 2 seiner bis dato 114 Bundesliga-Tore erzielt – wollte den jüngsten Rückschlag ebenfalls abgehakt wissen. "Es wird nicht einfach für uns gegen die Austria. Für mich persönlich ist das Europa-League-Spiel schon Geschichte, wir müssen uns auf Sonntag konzentrieren", forderte der Stürmer.

Verletzungssorgen auf beiden Seiten

Nicht einsatzbereit sind aufseiten der Salzburger die am Knie verletzten Christian Schwegler und Smail Prevljak. Stefan Stangl fällt aufgrund einer leichten Gehirnerschütterung aus. Der gegen Krasnodar mit einem Muskelfaserriss ausgefallene Andre Wisdom muss drei Wochen pausieren. Torhüter Alexander Walke steht hingegen vor seinem 100. Bundesliga-Einsatz.

Bei der Austria droht ebenfalls ein schwerwiegender Ausfall. Der bei Astra Giurgiu überzeugende Kevin Friesenbichler plagte sich nach dem 3:2 mit Knieschmerzen. Der erst diese Woche wieder ins Training eingestiegene Larry Kayode scheint ebenfalls noch nicht voll fit. Sicher fehlen bei der Austria nach wie vor ÖFB-Teamkeeper Robert Almer, Richard Windbichler und der in Rumänien verletzt ausgeschiedene David de Paula.

Selbstbewusste Favoritner

"Man kommt nicht ohne Verletzungen durch englische Wochen, deswegen haben wir auch einen großen, guten Kader", wiegelte Trainer Thorsten Fink jedoch ab. "Jeder Sieg gibt Selbstvertrauen und wir werden uns auch in Salzburg nicht verstecken", meinte der Deutsche mit Salzburg-Vergangenheit. Einst war Fink Assistent von RB-Cheftrainer Giovanni Trapattoni (2007/08). Mit der Unruhe im Team der Salzburger wollte sich Fink nicht näher befassen: "Wir konzentrieren uns generell nur auf uns und wollen auch in der Meisterschaft weiter voll dabei bleiben."

Die Austria darf ihrerseits auf ihre Auswärtsstärke vertrauen. Um in Salzburg aber auch Zählbares mitzunehmen, muss sich die Defensive im Vergleich zu den jüngsten Vorstellungen steigern. Die Austria hat in den ersten sieben Runden in ihren Spielen immer zumindest ein Gegentor kassiert. Dies war noch nie in der Bundesliga-Geschichte der Veilchen der Fall. (APA, 17.9.2016)

FC Red Bull Salzburg – FK Austria Wien (Wals-Siezenheim, Red-Bull-Arena, Sonntag, 16.30 Uhr/live ORF und Sky, SR Harkam). Saisonergebnisse 2015/16: 2:2 (h), 1:1 (a), 4:1 (h), 2:0 (a).

Salzburg: Walke – Lainer, Miranda, Caleta-Car, Ulmer – Laimer, Upamecano – Wanderson, V. Berisha, Lazaro – Soriano

Ersatz: C. Stankovic – Sörensen, Sammasekou, Radosevic, Minamino, Dabbur, Hwang

Es fehlen: Schwegler (Innenbandriss im Knie), Prevljak (Knieverletzung), Stangl (leichte Gehirnerschütterung), Wisdom (Muskelverletzung im Oberschenkel)

Austria: Hadzikic – Larsen, Rotpuller, Filipovic, Martschinko – Serbest, Holzhauser – Venuto, A. Grünwald, Pires – Friesenbichler/Kayode

Ersatz: Pentz – Salamon, Vukojevic, Prokop, Tajouri, Kvasina

Es fehlen: Almer (Adduktorenzerrung), De Paula (Wadenbeinprellung), Windbichler (Muskelbündelriss)

Fraglich: Friesenbichler (Knie)

  • Bullen-Trainer Oscar Garcia lobt die Wiener in höchsten Tönen.
    foto: apa/daniel krug

    Bullen-Trainer Oscar Garcia lobt die Wiener in höchsten Tönen.

  • Austria-Coach Thorsten Fink weiß, dass die Statistik nicht gerade für die Violetten spricht, aber er weiß auch, dass die Austria gerade auswärts nicht zu unterschätzen ist.
    foto: apa/afp/daniel mihailescu

    Austria-Coach Thorsten Fink weiß, dass die Statistik nicht gerade für die Violetten spricht, aber er weiß auch, dass die Austria gerade auswärts nicht zu unterschätzen ist.

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