Virginia-Woolf-Autor Edward Albee ist tot

18. September 2016, 20:50
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Der US-Dramatiker stand im Schatten eines Welterfolgs

New York – Sein Ruf als blitzgescheiter US-Dramatiker verband sich auf ewig mit einem einzigen Stücktitel. In Edward Albees Ehe- und Wohnzimmerschlacht Wer hat Angst vor Virginia Woolf? (1962) wurden die seelischen Betrübnisse der Mittelschicht mit beißendem Spott und zündender Verve vor Augen geführt.

Die kongeniale Verfilmung des Dramas mit Elizabeth Taylor und Richard Burton in den Hauptrollen tat ein Übriges. Albee, der aus Virginia stammte und zunächst den Off-Broadway mit Stücken über den "American Way of Life" versorgte, nannte Wer hat Angst ... eine Medaille, die zwar schön glänzte, aber ihren Träger mit einem entsetzlichen Gewicht belastete.

So geriet in Vergessenheit, dass Albee ein Moralist von hohem Anspruch war. Dreimal wurde ihm der Pulitzer-Preis zuerkannt. Wien besuchte er verschiedentlich. Der Schöpfer existenzieller Dramen verschied jetzt 88-jährig. (poh, 18.9.2016)

  • Weißer Schnurrbart, spitze Zunge: Viele Dramatiker sahen Edward Albee als Vaterfigur, die Amerika ins Gewissen redete.
    foto: reuters/jeff christensen

    Weißer Schnurrbart, spitze Zunge: Viele Dramatiker sahen Edward Albee als Vaterfigur, die Amerika ins Gewissen redete.

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