Rundfunk und Gebühr: Ein allen werter ORF

Kommentar16. September 2016, 17:49
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SPÖ, ÖVP wie FPÖ dachten schon über die Privatisierung von ORF-Teilen nach

Rundfunkgebühr ersatzlos abschaffen: Darüber stimmen die Schweizer in den nächsten Jahren ab. Sie stimmen über die Existenz ihres öffentlichen Rundfunks ab, der sich und seine Programme daraus finanziert.

Über Rundfunkgebühren oder ihre Kürzung sollen auch Österreicherinnen und Österreicher abstimmen. Jedenfalls überlegen das manche in der ÖVP-Führung: nur ein, zwei ORF-Kanäle, Personal sparen, Gebühren kappen?

Gründlich über den ORF, über seine Größe, seine Programmierung, nachzudenken ist klug und sinnvoll. Wenn man auch seine Aufgabe im Blick hat, zum Beispiel: umfassend und unabhängig zu informieren, zu bilden, zu unterhalten. Und wie er seiner Aufgabe nachkommt.

Doch SPÖ, ÖVP wie FPÖ, von Kreisky 1973 bis Amon 2016, denken über die Privatisierung von ORF oder ORF-Teilen nach, wenn sie zu wenig Einfluss auf den ORF verspüren. Die ÖVP pokerte gerade zu hoch um (zusätzliche, teure) Jobs im ORF, und ORF-Chef Alexander Wrabetz konnte ihr nicht weit genug entgegenkommen, ohne seine Stammwähler zu vergraulen.

Ja, ORF geht auch preiswerter, das zeigt ORF 3, das Schreckgespenst der ORF-Technik. Ja, der ORF geht öffentlich-rechtlicher und weniger kommerziell. Und ja, der ORF hat wesentliche öffentliche Aufgaben – die, wenn er sie tatsächlich erfüllt, allen etwas wert sein sollten. Die Schweizer stimmten 2015 für eine Rundfunkgebühr für alle. (Harald Fidler, 16.9.2016)

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