Treffen der Atomwaffenstaaten: Die Liebe zur Bombe

Kommentar16. September 2016, 17:43
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Es gibt heute vier Atomwaffenstaaten die in kein Regelwerk eingebunden sind

Die fünf ständigen Uno-Sicherheitsratsmitglieder trafen einander in Washington, um zum Stand der Abrüstung und atomaren Nichtverbreitung zu konferieren und zu referieren: Die offiziellen Atommächte kreißten – und gebaren eine Maus. Die nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete internationale Ordnung zerfällt ihnen, mit Verlaub, unter dem Hintern, und die Permanent Five (P5) USA, Russland, Großbritannien, Frankreich und China verweisen auf den "globalen strategischen Kontext", gegen den man sich nicht stellen soll. Angesichts der "Anstrengungen, Abrüstungsansätze zu verfolgen", die diese offenbar gottgegebene Hierarchie im Uno-Sicherheitsrats außer Acht lassen, drücken sie "tiefe Sorge" aus.

Tatsache ist, dass es außer den P5 heute vier Atomwaffenstaaten gibt – Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea -, die in kein Regelwerk eingebunden sind. Mit einem von ihnen, Indien, arbeiten die USA, den Geist des Atomwaffensperrvertrags klar verletzend, auf nuklearem Gebiet zusammen. Den von den P5 in einem Statement wärmstens empfohlenen Atomteststoppvertrag (CTBT) haben die USA und China nicht ratifiziert; er bleibt zwanzig Jahre nach seiner Fertigstellung außer Kraft. Die Atomtestmoratorien der P5 sind freiwillig, ihre Arsenale sind geschrumpft, aber qualitativ verbessert worden. Über die Verwunderung der P5, dass andere das System infrage stellen, kann man sich nur wundern. (Gudrun Harrer, 16.9.2016)

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