Sturm-Verfolger Altach reist hungrig nach Ried

16. September 2016, 17:25
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Altach-Coach Canadi ist sich der Favoritenrolle bewusst – Ex-Altacher Orhan Ademi gegen "alte Liebe" besonders motiviert

Ried/Altach – Der aktuelle Bundesliga-Zweite SCR Altach gastiert zum Auftakt der 8. Runde am Samstag (16.00 Uhr) bei der SV Ried. "Wir sind der Favorit und wollen dort gewinnen", stellte Trainer Damir Canadi unmissverständlich klar. Doch auch die Rieder befanden sich nach einem schwachen Start zuletzt im Aufwind. Besonders im Fokus steht Neuerwerbung Orhan Ademi, der bis 2012 für die Vorarlberger kickte.

"Das Spiel gegen Altach ist natürlich etwas Besonderes für mich. Ich habe dort mein erstes Profispiel bestritten, meinen ersten Profivertrag erhalten. Es sind noch viele Freunde dort", berichtete der Stürmer aus St. Gallen, der 2008 bei den Altach-Amateuren seine Karriere gestartet hatte. In den 90 Minuten in der Keine Sorgen Arena werden alle Freundschaften aber sozusagen ruhend gestellt. "Ich will als Sieger vom Platz gehen", sagte Ademi.

Der 24-Jährige feierte in der Vorwoche beim 3:2-Sieg in St. Pölten einen perfekten Einstand. Bei seinem ersten Einsatz in der Bundesliga traf er zum 3:1 und steuerte damit einen wichtigen Baustein zum zweiten Saisonsieg der Innviertler bei. "Es war ein sehr schönes Erlebnis für mich. Wichtiger war aber, dass wir als Mannschaft gewonnen haben", erklärte Ademi. "Wir haben vor dem Match gegen St. Pölten gewusst, dass das ein Pflichtsieg ist, wenn wir unten raus kommen wollen."

Erleichterung im Innviertel

Ried-Coach Christian Benbennek bekundete, dass der Sieg gegen den Aufsteiger für das gesamte Umfeld enorm wichtig gewesen sei. Endlich habe sich die laut dem Trainer vielversprechende Trainingsarbeit auch im Match bezahlt gemacht. "Wenn man auf dem letzten Tabellenplatz steht, ist man natürlich etwas zögerlich und zuerst auf Stabilität bedacht. Dass man als Tabellenletzter dann mit so viel Mut und Power ins Spiel geht, zeigt, dass die Mannschaft eine super Entwicklung gemacht hat", bescheinigte der Deutsche.

Nun müsse der Tabellensiebente im Heimspiel eine ähnliche Leistung abrufen. "Ich habe noch nicht gehört, dass Ried verdient gewonnen hat. Ich will sehen, dass wir das am Samstag zeigen", sagte Benbennek, dem bis auf die länger ausfallenden Gernot Trauner, Fabian Schubert und Marvin Egho der gesamte Kader zur Verfügung steht.

Vorarlberger mit breiter Brust

Der Gegner zählt im Moment zur Bundesliga-Spitze. Mit 15 Punkten aus sieben Spielen liegt der SCR Altach über dem Plansoll und vor Salzburg, Austria und Rapid. "Wir fahren mit breiter Brust nach Ried. Wir haben uns sehr viel Selbstvertrauen erarbeitet in den letzten Spielen", meinte Canadi. Die Ländle-Truppe ist für ihn daher klar der Favorit. "Wir nehmen diese Rolle an und wollen uns auch entsprechend präsentieren."

Den Wiener wurmt lediglich die magere Auswärtsbilanz seines Teams. Nach dem 2:1-Sieg bei Admira Wacker Mödling bezogen die Rheindörfler bei der Wiener Austria und Tabellenführer Sturm Graz 1:3-Niederlagen. "Auswärts sind wir bisher unter Wert geschlagen worden", sagte Canadi. Aus Ried soll daher der zweite Auswärtssieg mitgenommen werden. "Das letzte Spiel in Ried haben wir gewonnen, das gibt uns Mut."

Verzichten muss Canadi diesmal neben Hannes Aigner und Jan Zwischenbrugger auch auf Boris Prokopic. Der Mittelfeldspieler zog sich am beim 2:1-Sieg gegen Mattersburg eine Muskelverletzung im Oberschenkel zu und fällt einige Wochen aus. Dazu fehlt Lucas Galvao, der gegen Mattersburg die Gelb-Rote Karte sah. Für den Brasilianer dürfte Emanuel Schreiner gegen seinen Ex-Klub Ried auf der linken Verteidigerposition beginnen. Wieder einsatzberechtigt ist Patrick Salomon nach Ablauf seiner Sperre. (APA, 16.9.2016)

SV Ried – SCR Altach (Ried, Keine Sorgen Arena, Samstag, 16.00 Uhr, SR Hameter). Saisonergebnisse 2015/16: 2:0 (h), 3:1 (a), 0:2 (h), 0:0 (a)

Ried: Gebauer – Hart, Reifeltshammer, Özdemir, Chessa – Ziegl, Zulj – Walch, S. Nutz, Honsak – Ademi

Ersatz: Durakovic – Bergmann, Marcos, Prada, Elsneg, Möschl, Fröschl

Es fehlen: Trauner (nach Kreuzbandriss), Schubert (Mittelfußknochenbruch), Egho (im Aufbautraining)

Altach: Lukse – Lienhart, Jäger, Ortiz, Zech, Schreiner – Salomon, Netzer, Ngwat-Mahop – Oberlin, Dovedan

Ersatz: Kobras – Sakic, Luxbacher, Ngamaleu, Zivotic, Lüchinger, Harrer

Es fehlen: Prokopic (Muskelverletzung im Oberschenkel), Galvao (gesperrt), Aigner, Zwischenbrugger (beide im Aufbautraining)

Fraglich: Ortiz (Oberschenkelprobleme)

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