Sturm haushoher Favorit bei der Admira

16. September 2016, 17:18
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Während es für die Grazer wie am Schnürchen läuft, haben die Südstädter mit dem Problem akute Erfolglosigkeit zu kämpfen

Maria Enzersdorf/Graz – Sturm Graz gastiert in der 8. Runde der Fußball-Bundesliga am Samstag (18.30 Uhr) bei Admira Wacker Mödling. Die Niederösterreicher schnappten den Grazern vergangene Saison Platz vier weg, womit die Admira in den Genuss der Europa-League-Qualifikation kam. Jetzt ist Sturm Graz Tabellenführer und Admira Wacker Achter. "Nichts ist älter als der Erfolg von gestern", sagte Sturm-Coach Franco Foda.

Blick nach vorne

Der deutsche Trainer der "Blackys" hat sich drei Punkte in der Fremde fest vorgenommen. "Wir haben in den letzten Spielen Selbstvertrauen getankt und wollen unbedingt gewinnen", erklärte Foda. Dafür müsse aber jeder an die Schmerzgrenze gehen. Die Tabelle sei derzeit nicht mehr als eine Momentaufnahme. "Was war, ist abgehakt."

Dass seine Mannschaft ganz oben steht, habe sie sich aufgrund der Leistungen generell aber verdient. "Es herrscht ein guter Charakter und ein guter Geist innerhalb des Teams", meinte Foda. Für den Langzeit-Trainer gibt es viele Gründe, warum es so gut läuft. "Wir haben gute Transfers getätigt. Wir haben Spieler geholt, die Tempo haben, die hungrig sind und noch was erreichen wollen." Die haben über den Sommer offenbar gut zusammengefunden.

Weiters führte Foda eine praktisch nicht existente Verletztenliste an. Im Augenblick geht von den gestandenen Profis nur Stürmer Bright Edomwonyi (Muskelfaserriss) ab. "So habe ich oft die Qual der Wahl und muss harte Entscheidungen treffen", sagte der 50-Jährige, der aktuell jedoch nicht zu den großen Befürwortern des Prinzips Rotation zählt. Das ist auch ein Grund, warum Zugang Phlipp Zulechner auf seine Chance noch warten muss. Ob der Stürmer gegen die Admira im Kader steht, wird Foda kurzfristig entscheiden.

Hoffen auf Kontinuität

Von Größerem zu träumen sei nicht verboten. "Ich träume jeden Tag", gestand Foda. Um den Erfolg nach Graz zurückzubringen, brauche es aber vor allem Kontinuität auf dem Personalsektor – über die nächsten zwei, drei Jahre. "Es ist einfach im Fußball so: Wenn du erfolgreich sein willst, dann brauchst du eine Mannschaft, die schon etwas länger zusammenspielt. Dann entwickelt sich das Spielerische und die Philosophie. Das muss unser Ziel sein. Ob es gelingt, wird man sehen", so Foda.

Im Süden von Wien regiert nach der 0:4-Niederlage gegen Salzburg derweil Zweckoptimismus. "Wir haben diese Woche gut trainiert und sind überzeugt, dass die drei Punkte am Samstag zu Hause in der Südstadt bleiben werden", meinte Innenverteidiger Ione Cabrera, der zuletzt nicht zum Einsatz kam. Auch Christoph Knasmüllner offenbarte Vertrauen in die eigene Stärke. "Wenn wir am Samstag mit voller Leidenschaft, Konzentration im Abwehrverhalten und Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor auftreten, dann bin ich guter Dinge", sagte der Mittelfeldspieler.

Die Admiraner kassierten in den jüngsten beiden Partien Niederlagen und dabei neun Gegentreffer. Die Niederösterreicher haben zudem drei der vergangenen vier Heimspiele verloren. Vor einem Jahr hielt man zum gleichen Zeitpunkt bei 14 Punkten und 13:9 Toren – heuer sind es sechs Zähler, das Torverhältnis lautet 4:17.

Vastic mit Fingerbruch out

"Damals haben wir im Gegensatz zu heuer fast alles getroffen, waren sehr effizient", erklärte Trainer Oliver Lederer. Seine Mannschaft hat die meisten Gegentreffer erhalten und die wenigsten Tore erzielt. Gegen Sturm muss Lederer auf einen Akteur im Kader verzichten, der für die Tore sorgen könnte. Toni Vastic zwingt ein im Training erlittener Fingerbruch zu einer Pause. In der kommenden Woche werde der Stürmer aber wieder ins Training einsteigen, hieß es von Admira-Seite. (APA, 16.9.2016)

FC Admira Wacker Mödling – SK Sturm Graz (Maria Enzersdorf, BSFZ-Arena, Samstag, 18.30 Uhr, SR Ouschan). Saisonergebnisse 2015/16: 1:0 (h), 1:1 (a), 0:1 (h), 1:1 (a)

Admira: Kuttin – Zwierschitz, Cabrera, Wostry, Pavic – Lackner, D. Toth – Sax, Knasmüllner, Bajrami – Starkl

Ersatz: Leitner – Ebner, Strauss, Roguljic, Wessely, Blutsch, Grozurek

Es fehlen: Vastic (Fingerbruch), Yavuz, Maier (beide im Aufbautraining), Hautzinger (Schambeinentzündung)

Sturm: Gratzei – F. Koch, Spendlhofer, Schulz, Lykogiannis – Jeggo, Matic – Huspek, Hierländer, Horvath – Alar

Ersatz: Lück – Potzmann, Schoissengeyr, Piesinger, Schmerböck, Dobras, Kienast

Es fehlt: Edomwonyi (Muskelfaserriss)

  • Für die Sturm-Fans kann dieser Herbst nicht schöner sein.
    foto: apa/erwin scheriau

    Für die Sturm-Fans kann dieser Herbst nicht schöner sein.

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