St. Pölten sucht bei Heimmacht WAC nach Form

16. September 2016, 16:48
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Trainer Daxbacher beklagt "Umstellungsprobleme" und hofft auf Trendwende – Kärntner unter Pfeifenberger in Wolfsberg sehr erfolgreich

Wolfsberg/St. Pölten – Der Wolfsberger AC ist in der Fußball-Bundesliga vor eigenem Publikum eine Macht. Von den vergangenen 17 Heimspielen gaben die Kärntner nur eines aus der Hand. Am Samstag (18.30 Uhr) versucht Schlusslicht SKN St. Pölten, die Festung Lavanttal-Arena zu stürmen. Das Duell der "Wölfe" gab es im Oberhaus bisher noch nie. "Wir dürfen keinen unterschätzen", warnte WAC-Coach Heimo Pfeifenberger.

Seit der Amtsübernahme von Pfeifenberger im November 2015 holte Wolfsberg in 13 Heimpartien acht Siege und vier Remis. Nur am 11. Mai 2016 setzte es eine Niederlage: Admira Wacker Mödling gewann beim letzten Heimauftritt der vergangenen Saison 2:1 und nahm drei Punkte mit. Im Vergleichszeitraum waren lediglich Meister Salzburg und Rapid zu Hause noch stärker. Geht man noch weiter zurück, sind es wie erwähnt 17 Spiele mit nur einer Nullnummer.

150. Buli-Spiel für Kapitän Sollbauer

"Für die Spieler ist es einfach ein gutes Gefühl, in Wolfsberg zu spielen. Das ganze Umfeld gibt ihnen Stärke und Kraft. Da sind wir sehr fokussiert", so Pfeifenberger. "Die Serie ist auf alle Fälle beeindruckend. Wir werden alles daransetzen, dass sie weitergeht. Dafür brauchen wir aber eine Topleistung gegen St. Pölten." Für Kapitän Michael Sollbauer wird die Partie gegen die Niederösterreicher übrigens das 150. Spiel in der Bundesliga sein. 131 bestritt er bis dato für den WAC.

Die 1:4-Abfuhr bei der Wiener Austria am Samstag sei intern aufgearbeitet worden. "Die Mannschaft hat das selber sehr gut analysiert. Sie waren sehr giftig in der Woche, haben sehr gut gearbeitet im Training", erklärte Pfeifenberger. Mit St. Pölten komme zwar der Tabellenletzte, "die Spiele waren aber trotzdem sehr eng. Man darf ihnen auch keine Räume geben. Sie haben sehr gute Fußballer drin." Unterschätzen dürfe Wolfsberg in der Bundesliga sowieso keinen Gegner.

St. Pölten hat aus den bisherigen drei Auswärtspartien in der Liga nur einen Punkt geholt. Das 1:1 in Mattersburg am 27. August kam aber eher glücklich zustande, zumal die Burgenländer drückend überlegen waren und der Aufsteiger nur einmal auf das gegnerische Tor schoss. Doch auch vor Heimpublikum tut sich St. Pölten schwer, da gab es einen Sieg und zwei Niederlagen.

Fehleranfällige Defensive beim Aufsteiger

"Wir haben noch gewisse Probleme mit der Umstellung auf die Bundesliga", räumte Trainer Karl Daxbacher ein. Gerade in der Defensive unterliefen seinen Profis zu viele Fehler, die dann oft spielentscheidend seien. "In der zweiten Liga waren der Schlüssel zum Erfolg gerade die Zu-Null-Spiele. Jetzt müssen wir immer dem Führungstor nachlaufen, was wir manchmal schaffen, aber das eine oder andere Mal geht es sich nicht aus." Nachsatz: "Schwere Fehler hängen immer mit individuellen Aussetzern zusammen." Auch in Sachen Zweikampfwerte hinke seine Mannschaft laut den Analysen der Norm hinterher.

Alles in allem sei das Selbstvertrauen durch die jüngsten Ergebnisse natürlich angekratzt. Ob die Probleme auf dem Rasen mit den internen Querelen um die beiden im Abseits gelandeten Spieler Tomasz Wisio und Daniel Beichler zu tun haben könnten, wollte Daxbacher nicht beantworten. "Wenn es nicht gut läuft, kann man immer irgendwelche Gründe anführen", meinte er. Gegen den WAC "werden wir natürlich unser Bestes versuchen".

Nach dem erstmaligen Aufstieg steht St. Pölten den "Wölfen" erstmals in der höchsten Spielklasse gegenüber. Die jüngsten Begegnungen der beiden Teams fanden in der Saison 2011/12 in der Ersten Liga statt. Damals gab es in vier Partien zwei Siege der Kärntner, einen der Niederösterreicher und ein Remis. (APA, 16.9.2016)

Wolfsberger AC – SKN St. Pölten (Wolfsberg, Lavanttal-Arena, Samstag, 18.30 Uhr, SR Muckenhammer). Keine Saisonergebnisse 2015/16

WAC: A. Kofler – Standfest, Sollbauer, Rnic, Klem – Jacobo, Hüttenbrenner, Tschernegg, G. Nutz – Hellquist, Prosenik

Ersatz: Dobnik – Drescher, Zündel, Offenbacher, Rabitsch, Wernitznig, Topcagic

Es fehlen: Trdina, Rosenberger (beide nach Kreuzbandriss)

Fraglich: Palla, Topcagic (beide Trainingsrückstand)

St. Pölten: Riegler – Dober, Huber, Petrovic, Grasegger – Mader, Perchtold – Stec, Thürauer, Schütz – Segovia

Ersatz: Vollnhofer – Pirvulescu, Heerings, Hartl, Luckassen, Ambichl, Lumu

Es fehlen: Brandl, Drazan (beide verletzt), Keita (fehlende Arbeitserlaubnis)

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