Holzinger: Qualität der Meisterprüfungen sichern

16. September 2016, 11:54
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Die geplante Reform der Gewerbeordnung, die höhere Berufsausbildung für Hochschulen anschlussfähig machen soll, goutiert der Präsident der Fachhochschulkonferenz

Die Regierung plant eine Reform der Gewerbeordnung, wonach künftig nur ein einziger Gewerbeschein notwendig sein soll, um alle 440 freien Gewerbe ausüben zu dürfen. Die angekündigte Reform hat auch zum Ziel, die höhere Berufsausbildung – etwa Meisterprüfungen – so zu gestalten, dass sie für Hochschulen anschlussfähig wird.

Ein Vorhaben, das Vertreter der Österreichischen Fachhochschulkonferenz (FHK) am Freitag bei einem Gespräch mit Journalisten in Wien goutieren: Es sei eine "historische Chance". Meister, hieß es, seien eine interessante Zielgruppe, gerade für berufsbegleitende Studien an FHs – und die Reform "eine Chance, die Durchlässigkeit zu erhöhen", sagt FHK-Präsident Helmut Holzinger.

Allerdings müsse man "die Systeme so aufeinander abstimmen, dass der Übergang auch möglich ist", sagt Holzinger. "Anstrengen sollen sich nicht nur diejenigen, die aufnehmen, sondern auch die, die abgeben." Holzingers Forderung: Bei der Meisterausbildung neben der internen Qualitätsüberprüfung, wie sie bereits Usus ist – auch eine externe einzuführen. "Die Prüfung kann ja nicht sein, dass ich mich selber prüfe", sagt Holzinger.

Audits für Meister

Was extern untersucht werden solle? "Das geht von den Prüfungsfragen bis hin zur Auswahl derer, die prüfen dürfen." Bei den "Audits" könne man sich an jenen orientieren, die bereits für die Hochschulen existieren – wie etwa der Akkreditierung Austria (AQ Austria), die den Hochschulen die Erfüllung der Akkreditierungsvoraussetzungen bescheinigt. "So etwas wäre auch eine Idee extra für Meisterprüfungen", sagt Holzinger.

Seine Forderung außerdem: Die Hochschulen sollen in die inhaltlichen Gestaltung der Meister- und Befähigungsprüfungen eingebunden werden. "Wir wissen nicht, wie man schweißt und tapeziert, aber wir wissen wie man Qualität sichert", sagt dazu Kurt Koleznik, Generalsekretär der FHK. "Wir sind offen und wollen einen konstruktiven Beitrag leisten", so Holzingers abschließend. "Und mahnend einen Finger heben", fügt Koleznik hinzu. (lib, 16.9.2016)

  • Die Meisterausbildung soll als höhere Berufsbildung anerkannt werden – und mehr Durchlässigkeit zu FHs ermöglichen. Helmut Holzinger, Präsident der Österreichischen Fachhochschulkonferenz, fordert eine Qualitätssicherung für Meister- und Befähigungsprüfungen. "Sie soll wie im Hochschulsektor State-of-the-Art werden."
    foto: apa/robert jaeger

    Die Meisterausbildung soll als höhere Berufsbildung anerkannt werden – und mehr Durchlässigkeit zu FHs ermöglichen. Helmut Holzinger, Präsident der Österreichischen Fachhochschulkonferenz, fordert eine Qualitätssicherung für Meister- und Befähigungsprüfungen. "Sie soll wie im Hochschulsektor State-of-the-Art werden."

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