Austria ist auswärts weiter wie daheim

15. September 2016, 21:12
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3:2-Auswärtssieg zum Auftakt der Europa League gegen Rumäniens Meister Astra Giurgiu in Bukarest – Friesenbichler erzielte ein Traumtor

Bukarest – 4:1 gegen Kukesi in Albanien, 1:0 beim slowakischen Klub Spartak Trnava, 2:1 gegen Rosenborg in Trondheim und jetzt der Sieg beim rumänischen Meister – die Wiener Austria fühlt sich in der laufenden Europacup-Kampagne vor allem auswärts pudelwohl. Zum Start der Europa-League-Gruppenphase glänzte die Truppe von Thorsten Fink am Donnerstagabend vor allem durch Effizienz.

Der zuletzt angeschlagene Olarenwaju Kayode nahm zu Beginn auf der Ersatzbank Platz, ebenso wie die etatmäßigen Außenverteidiger Jens Stryger Larsen und Christoph Martschinko. Im quasi leeren Bukarester Nationalstadion, wo Astra Giurgiu mangels adäquater Heimstätte kicken muss, reichten den spielbestimmenden Wienern dann wenige Chancen zum Sieg.

Raphael Holzhauser verwandelte zunächst einen Elfmeter zur Führung (16.). Astras Goalie Silviu Lung hatte Kevin Friesenbichler zu Fall gebracht. Nur zwei Minuten später egalisierte allerdings der Angriffsstar der Rumänen, Denis Alibec, die Führung. Anschließend legte Astra Giurgiu offensiv einen gewissen Spielwitz an den Tag, zeigte jedoch nach hinten weiter Schwächen. Friesenbichler (33.) stellte nach einer halben Stunde den alten Vorsprung wieder her, indem er einen weiten Pass von Alexander Grünwald volley über Lung zum 2:1 versenkte. Ein Traumtor.

Gleich nach der Pause rettete Lung bei einem Kopfball von Friesenbichler (48.). Felipe Pires (50.) fand in Bedrängnis keinen Anspielpartner, doch Grünwald (58.) erhöhte mit einem direkten Freistoß. Christian Sapunaru (74.) brachte die Gastgeber noch einmal heran. Nach Flanke von Budescu sprang der Verteidiger höher als Lukas Rotpuller. Nach der etwas harten Roten Karte gegen Rotpuller, der Junior Morais ungestüm attackiert hatte, retten die Veilchen den Vorsprung gerade noch über die Zeit. Goalie Hadzikic, der Ersatzmann für den verletzten Teamtorhüter Robert Almer, konnte sich bei zwei Weitschüssen auszeichnen.

Die Wiener führen die Gruppe E gar an. Favorit AS Roma musste sich bei Viktoria Pilsen mit einem 1:1 bescheiden. Für die Austria geht es am 29. September daheim gegen Pilsen weiter. (APA, red, 15.9.2016)

Europa-League – Gruppe E, 1. Runde:

FC Astra Giurgiu – FK Austria Wien 2:3 (1:2)
Bukarest, Arena Nationala, 3.000, SR Ekberg/SWE

Torfolge:
0:1 (16.) Holzhauser (Foulelfmeter)
1:1 (18.) Alibec
1:2 (33.) Friesenbichler
1:3 (58.) Grünwald
2:3 (74.) Sapunaru

Astra: Lung Jr. – Sapunaru, Alves, Fabricio, Junior Morais – Lovin (46. Nicoara) – Boudjemaa (76. Florea), Budescu, Niculae (46. Seto), Teixeira – Alibec

Austria: Hadzikic – De Paula (37. Larsen), Rotpuller, Filipovic, Salamon – Serbest, Holzhauser – Tajouri, Grünwald, Pires (62. Venuto) – Friesenbichler (82. Kayode)

Rote Karte: Rotpuller (79./Foulspiel)

Gelbe Karten: Junior Morais, Alves, Alibec bzw. Friesenbichler

Stimmen

Thorsten Fink (Trainer Austria): "In den ersten 60 Minuten haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht, wie ich es mir vorstelle. Leider haben nicht mehr so gut weitergespielt, gedacht, wir haben das Spiel gewonnen. Das liegt vielleicht auch an der Unerfahrenheit der Mannschaft. Wir haben den Ball nicht mehr gut gehalten, die Zweikämpfe nicht mehr gewonnen. Schade, dass wir noch einmal so unter Druck gekommen sind, einen Spieler mit Rot verlieren und am Ende noch unentschieden spielen könnten. Da bin ich ein bisschen enttäuscht nach den souveränen Minuten vorher. Wenn man merkt, wenn eine Mannschaft am Boden ist, muss man noch einmal Gas geben, hungrig und geil auf das 4:1 sein. Das fehlt uns, da müssen wir weiter daran arbeiten. Aber wir sind froh, die drei Punkte mitgenommen zu haben. Unser Ziel bleibt weiter der zweite Platz in der Gruppe."

Marius Sumudica (Trainer Astra): "Es war ein schweres Spiel, das wir nicht zu Hause spielen konnten. Für mich war es eine Überraschung, dass so viele gekommen sind. Es waren zwei verschiedene Spielhälften. Zu Beginn haben wir nervös, wir haben nicht gut gespielt. Die zweite Halbzeit war besser von uns auch aufgrund der Wechsel. Der Elfer hätte nicht sein müssen. Danach haben wir ein echtes Champions-League-Tor bekommen, auch der Freistoß war schön. Wir sind zurückgekommen, aber am Ende hat es nicht mehr gereicht."

Kevin Friesenbichler (Torschütze Austria): "Es war alles dabei, Elfer, Ausschluss und viele Tore. In der letzten Viertelstunde haben wir uns das Leben selbst schwer gemacht, aber wir sind sehr froh, dass wir das Spiel gewonnen haben. Die Tabellenführung ist jetzt eine schöne Momentaufnahme, aber nicht mehr. Das 2:1 war schön, es freut mich. Aber jedes Tor zählt nur einmal. Ich habe im Augenwinkel gesehen, dass der Tormann nicht auf der Linie steht."

Alexander Grünwald (Torschütze Austria): "Der Freistoß hat gut gepasst. In der ersten Halbzeit haben wir es gut gemacht, auch bis zum 3:1. Dann haben wir den Faden verloren, es vielleicht schleifen lassen. Das darf nicht passieren. Aber man darf nicht vergessen, das war hier kein Freundschaftsspiel."

  • Kevin Friesenbichler stellte die Abwehr der Rumänen in einigen Szenen vor nahezu unlösbare Probleme.
    foto: apa/afp/daniel mihailescu

    Kevin Friesenbichler stellte die Abwehr der Rumänen in einigen Szenen vor nahezu unlösbare Probleme.

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