Ex-Finanzchef soll Steuer bei Monte Paschi herumreißen

15. September 2016, 17:52
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Nach MPS-Chef Viola gibt auch Präsident Tononi auf

Nur eine Woche nach Ankündigung des Rückzugs von MPS-Chef Fabrizio Viola gibt auch der Präsident der Krisenbank Monte dei Paschi di Siena, Massimo Tononi, auf. Tononi war vor genau einem Jahr als Nachfolger des ehemaligen Unicredit-Chefs und späteren MPS-Präsidenten Alessandro Profumo zum neuen Chairman der Problembank gewählt worden.

Dem 52-jährigen Nationalökonomen aus Trient ist es in dieser Zeit nicht gelungen, den Forderungen der Europäischen Zentralbank (EZB) nachzukommen und einen Partner für die Problembank zu finden. Angeblich habe es auch Diskrepanzen zwischen Tononi und dem Schatzamt gegeben, das mit vier Prozent Anteilen größter MPS-Aktionär ist.

Das Ruder herumreißen soll nun ein alter Bekannter: Finanzvorstand Marco Morelli. Der 54-Jährige wurde vom Verwaltungsrat zum neuen Bankchef der Problembank aus Siena ernannt. Er soll die weltweit älteste Bank retten.

Schwierige Suche nach Geld

Dazu bedarf es freilich einer Kapitalerhöhung im Volumen von bis zu fünf Milliarden Euro. Genau das ist das Problem, denn die Zufuhr frischen Geldes stößt auf Schwierigkeiten. Das politische Klima in Italien ist derzeit alles andere als stabil, das Vertrauen der Investoren in das hochverschuldete Land mit geringem Wirtschaftswachstum ist gering. Die Wirtschaft hat sich von der jahrelangen Rezession noch nicht erholt. Das sollte Morellis Vorteil sein, denn er kennt die Schwächen der Bank wohl so gut wie nur wenige andere, war er doch fünf Jahre lang Finanzdirektor. Als Ex-Chef von Merrill Lynch Italia hat er beste Beziehungen zu internationalen Investoren und wirkte als Berater bei der Gründung des Bankrettungsfonds Atlante mit – jenes Fonds, der einen großen Teil der MPS-Problemkredite übernehmen soll. Laut Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan kommt die Kapitalerhöhung, wenn die Märkte dafür bereit seien. (Thesy Kness-Bastaroli, 15.9.2016)

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