Kranke Politiker

Einserkastl15. September 2016, 17:21
122 Postings

Kranke Politiker(innen) sind keine Seltenheit

Bruno Kreisky war in seinen letzten beiden Amtsjahren schwer krank. Er musste sich einer Dialyse unterziehen, weil seine Nieren nicht mehr arbeiteten. Das bedeutete dreimal die Woche stundenlangen Anschluss an eine Blutwäschemaschine. Julius Raab und Leopold Figl, Gründerväter der Republik, waren todkrank und machten trotzdem noch eine Weile weiter. Raab trat, sichtbar gezeichnet, noch für die ÖVP zur Bundespräsidentenwahl an. Josef Pröll trat zurück, weil er eine erhöhte Thromboseneigung hatte.

Mehr oder weniger schwer kranke Politiker(innen) sind keine Seltenheit, manchmal kann man die Krankheit unter Kontrolle halten, manchmal nicht. Manchmal wirkt die Grunderkrankung oder die Behandlung persönlichkeitsverändernd, etwa bei der Dialyse oder bei den schweren Medikamenten, die John F. Kennedy nehmen musste. Franklin D. Roosevelt war gegen Ende des Zweiten Weltkriegs todkrank.

Politikerjobs sind an sich schon nicht gesundheitsfördernd: Leerlauf bei vollem Terminkalender, Dauerstress, kaum Möglichkeit zum Abschalten. Die meisten verleugnen auch die Warnzeichen, wie jetzt Hillary Clinton. Aber dennoch waren die meisten gute Staatsmänner. Kreisky, Figl und Raab prägten die Republik, Kennedy und Roosevelt gehören zu den bedeutendsten Präsidenten der USA. Und: Mit heutigen Mitteln hätte man sie viel besser behandeln können. (Hans Rauscher, 15.9.2016)

Share if you care.