Eishockey World Cup: Besser als Olympische Spiele

15. September 2016, 16:14
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Die Eishockeysaison in Nordamerika beginnt mit einem Highlight. Nach zwölf Jahren wurde der World Cup wiederbelebt. Thomas Vanek ist Österreichs Beitrag im Team Europa

Toronto – Am Samstag geht es in Toronto los, am 1. Oktober steigt ebendort das Finale des World Cup. Nie zuvor waren bei einem Turnier so viele Spieler aus der National Hockey League (NHL) dabei. Österreich ist im Team Europa durch Thomas Vanek vertreten. Der Steirer sagt: "Das wird das Beste, was man im Eishockey jemals gesehen hat. Ich bin stolz, dass ich dabei sein kann und Österreich vertreten darf."

Der Flügelstürmer stellt den World Cup bezüglich der Spielstärke der Teams weit über Olympia. Die sechs besten Nationalteams (Kanada, USA, Russland, Tschechien, Finnland, Schweden), eine Europa-Auswahl und das Team Nordamerika, eine U23-Auswahl der besten Talente aus Kanada und den USA, machen mit. Von den 184 Profis haben 169 in den vergangenen zwei Jahren in der NHL gespielt.

Favorit ist Kanada. Die Kanadier haben 2010 und 2014 Olympia-Gold geholt und auch im Air Canada Center, der Heimstätte der Toronto Maple Leafs, all ihre Superstars dabei. In der Gruppe A spielen die Gastgeber, die USA, Tschechien und Europa, in der Gruppe B kämpfen Schweden, Russland, Finnland und das U23-Team Nordamerika um die zwei Plätze im Halbfinale.

Für Europa

Vanek ist von General Manager Miroslav Satan in das "Team Europe" berufen worden. Teamchef Ralph Krueger, einst Erfolgstrainer der VEU Feldkirch, hat Akteure aus acht Ländern (Deutschland, Slowakei, Schweiz, Dänemark sowie Österreich, Frankreich, Norwegen und Slowenien) in seiner Auswahl, die nur Außenseiter ist. "Es wird sehr schwer werden", sagt Vanek. Krueger bezeichnete er als "perfekten Coach" für diese Aufgabe. "Er kennt Europa, und er kennt Nordamerika."

In der Turniervorbereitung lief es für Vaneks Team gegen die U23-Auswahl Nordamerikas mit zwei klaren Niederlagen nicht nach Wunsch. "Da hat man gemerkt, dass die Hälfte Olympiaqualifikation gespielt hat." Er ist aber überzeugt, dass die Mannschaft über ausreichend Qualität verfüge, um zumindest eine wichtige Nebenrolle einzunehmen: "Jeder weiß, dass das Team Europa besser ist als das Team aus dem eigenen Land." Und die Harmonie werde sich noch einstellen. "Irgendwie kennen wir uns alle untereinander." Am Mittwoch gab es in einem Test gegen Schweden immerhin schon einen 6:2-Erfolg, Vanek steuerte einen Treffer bei.

Der im Sommer mit seiner Familie von Minnesota nach Detroit übersiedelte Vanek hat seine Saisonvorbereitung wegen des World Cup drei Wochen früher als üblich aufgenommen und ist schon Mitte Juli aufs Eis gegangen. Das letztlich erfolglose Olympia-Qualifikationsturnier mit Österreich in Riga hat der 32-Jährige ausgelassen. (red, APA, 15.9.2016)

  • Thomas Vanek (rechts) freundet sich mit seinem französischen Kollegen Pierre-Édouard Bellemare an. Gemeinsam wollen sie beim World Cup überraschen, allerdings ist die Konkurrenz quasi übermächtig.
    foto: reuters/bolte

    Thomas Vanek (rechts) freundet sich mit seinem französischen Kollegen Pierre-Édouard Bellemare an. Gemeinsam wollen sie beim World Cup überraschen, allerdings ist die Konkurrenz quasi übermächtig.

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