6.000 Jahre alte Siedlungen im Nordosten Jordaniens entdeckt

15. September 2016, 14:09
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Frühbronzezeitliche Höhensiedlungen in der Basaltwüste waren ganzjährige bewohnt

Amman/Berlin – Wissenschafter des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) haben in der Basaltwüste im Nordosten Jordaniens befestigte Siedlungen entdeckt, die im frühen bis mittleren vierten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung auf Vulkanen errichtet wurden. Sie zählen somit zu den frühesten Befestigungen in Vorderasien.

Um die frühbronzezeitliche Siedlungstätigkeit in dieser Trockenregion genauer zu untersuchen, führten die Forscher in den vergangenen zwei Jahren mehrere Ausgrabungen an den Fundorten durch. Dabei kamen nicht nur Befestigungsmauern und einfachen Wohnbauten sondern auch Terrassengärten ans Licht. Diese wurden über ausgeklügelte Bewässerungssysteme künstlich mit dem wenigen vorhandenen Niederschlagswasser bewässert, etwa um Getreide anzubauen.

Kulturelle Geburtsstätten

Das vierte Jahrtausend v. u. Z. stellt in der Zivilisationsgeschichte Vorderasiens einen sehr wichtigen Zeitabschnitt dar: In dieser Zeit begannen Entwicklungsprozesse, die die Existenz nachfolgender Kulturen erst ermöglichten und sich auch auf Europa auswirkten. Dazu zählen etwa der Beginn der Urbanisierung, die Entwicklung des künstlichen Bewässerungsfeldbaus, der überregionale Handel sowie die Erfindung von Schriftsystemen und einer Wirtschaftsverwaltung.

Bislang hatte die Forschung zur kulturellen Entwicklung dieser Zeitspanne vor allem Mesopotamien und die Südliche Levante im Blick. Die neuen Entdeckungen zeigen aber, dass trotz der schwierigen Bedingungen auch in Nordostjordanien eine ganzjährige Besiedlung möglich war. (red, 15.9.2016)

  • Luftaufnahme der Ausgrabungsstätte Khirbet al-Jabariya.
    foto: r. bewley/apaame

    Luftaufnahme der Ausgrabungsstätte Khirbet al-Jabariya.

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