Britische Notenbank hält still

15. September 2016, 13:35
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Leitzins bleibt vorerst bei 0,25 Prozent

London – Als Reaktion auf den Brexit-Schock hält sich die Notenbank in London eine weitere Senkung der Leitzinsen offen. Die Währungshüter beließen den Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld am Donnerstag bei 0,25 Prozent. Zugleich signalisierte die Bank of England (BoE) in den zeitgleich veröffentlichten Protokollen der Sitzung, dass sie ihn noch dieses Jahr kappen könnte.

Die meisten Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses seien bereit, noch 2016 dafür die Hand zu heben. Dies gelte unter der Voraussetzung, dass sich die Konjunkturperspektiven eintrübten. Nach dem Anti-EU-Votum der Briten vom Juni hatten die Währungshüter den Leitzins Anfang August auf das jetzige Rekordtief gesenkt.

Derzeit herrscht Unsicherheit, ob Großbritannien künftig noch Zugang zum EU-Binnenmarkt haben wird. Manche Experten fürchten, dass die Wirtschaft auf Talfahrt gehen könnte. Zudem geht in der Finanzmetropole London die Furcht um, dass der Standort nach dem britischen Austritt aus der EU an Bedeutung verlieren könnte. Um die von solchen Sorgen belastete Wirtschaft anzukurbeln, hatte die BoE die Geldschleusen im August kräftig geöffnet und ihr Staatsanleihen-Kaufprogramm um 60 Mrd. auf 435 Mrd. Pfund (511 Mrd. Euro) aufgestockt. Das Programm tastete sie nun nicht an. (APA, 15.9.2016)

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