Philipp Gehmacher: Vom Dingsbums zum Erzählsubjekt

16. September 2016, 08:00
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Steuert Auftragswerk "Die Dinge der Welt" bei

Graz – Philipp Gehmacher, der mit Die Dinge der Welt ein Auftragswerk für den Steirischen Herbst beisteuert, schafft sich zunehmend ab. Damit wird sein Wirken und Werken jedoch keineswegs obsolet, und schon gar nicht verschwindet es. Ganz im Gegenteil, das vielschichtige my shapes, your words, their grey führt der in Wien lebende Choreograf seit 2013 in beständig überarbeiteter Form auf. Erst diesen März präsentierte er eine neue Arbeit im Salzburger Museum der Moderne.

Immer deutlicher betreibt er dabei die Diffusion der Eigenschaften, die der Blackbox und dem White Cube das heißt dem performativen Raum und dem Ausstellungsraum zugeschrieben werden. Gehmachers reduzierte Bewegungen und platzierte Objekte fordern unaufdringlich die Beschäftigung des Besuchers mit dessen eigener Betrachtungsweise von belebtem und unbelebtem Körper heraus. Die Beziehungen und Unterscheidungen zwischen Objekt und Subjekt, Skulptur und Requisite werden beständig hinterfragt. Die Konzeption eines klassischen Stücks steht indessen eindeutig nicht mehr im Mittelpunkt des Interesses, der Tänzer verschwindet mehr und mehr.

Für Die Dinge der Welt hat Gehmacher nun Skulpturen geschaffen, die als Ausstellungsobjekte ganz für sich stehen, in Performances aber auch auf ihren möglichen Erzählinhalt abgeklopft werden. Das theoretische Unterfutter sollte dabei aber nicht zu schwer wiegen, bleiben Gehmachers Projekte doch stets persönlich und werden mit einem freundlichen Augenzwinkern begleitet. (Dorian Waller, Spezial, 16.9.2016)

"Die Dinge der Welt", HDA, ab 24. 9.


Spezial Steirischer Herbst ist eine entgeltliche Einschaltung in Form einer Medienkooperation mit dem Steirischen Herbst. Die redaktionelle Verantwortung liegt beim STANDARD.

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