Österreich und die Lungentuberkulose

15. September 2016, 11:03
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Im Jahr 2014 wurden 440 bestätigte Erkrankungsfälle in Österreich gemeldet – Meist ist Lungentuberkulose gut behandel- und heilbar

Wien – Die Tuberkulose (TBC) ist eine Infektionskrankheit, die durch langsam wachsende Bakterien ausgelöst wird. Sie ist in Österreich relativ selten geworden, heißt es in einem auf der Parlamentshomepage veröffentlichten Informationsblatt. 2014 wurden 440 bestätigte Erkrankungsfälle in Österreich gemeldet. Im Gegensatz zu früher ist TBC heute in der Regel gut behandelbar und heilbar.

Die Ansteckung erfolgt nur über eine sogenannte Tröpfcheninfektion. Durch Husten oder Niesen einer an infektiöser Lungentuberkulose erkrankten Person werden winzige kleine Speicheltröpfchen in die Luft befördert und können so eingeatmet werden. Eine Übertragung der Lungentuberkulose über Gegenstände oder Händekontakt ist nicht möglich.

Die Ansteckung erfolgt grundsätzlich nicht so leicht wie bei einer über die Luft übertragbaren Krankheit wie etwa Masern oder Grippe. Ob es zu einer Infektion kommt, hängt von der Häufigkeit, Dauer, Enge des Kontaktes mit einer an infektiöser Lungentuberkulose erkrankten Person ab sowie an der Menge und Eigenschaft des inhalierten Tuberkulosebakteriums. Letztendlich ist eine Erkrankung auch eine Frage der Immunabwehr.

Angesteckt heißt nicht automatisch krank

Infektiös sind in der Regel Personen mit Krankheitszeichen, die in der Lunge einen aktiven Tuberkuloseherd haben und Tuberkulosebakterien über die Atemwege ausscheiden. Entwickelt sich eine Tuberkuloseerkrankung, so kann es von der Ansteckung bis zur Erkrankung Monate bis viele Jahre dauern. Die Lungentuberkulose äußert sich meist durch Beschwerden wie Husten, Gewichtsabnahme, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, leichtes Fieber, Nachtschweiß oder Stechen in der Brust. Erkrankte Kinder zeigen oft wenige oder keine Beschwerden.

Ist man mit der Tuberkulose angesteckt, bedeutet dies nicht, dass man auch einmal daran erkranken wird, heißt es in dem Infoblatt. Von zehn angesteckten gesunden Erwachsenen erkranke maximal eine Person im Laufe ihres Lebens tatsächlich an Tuberkulose. Die Ansteckung alleine ohne anschließende Erkrankung bedeutet, dass man gesund ist und nicht infektiös.

Wenn eine Tuberkuloseerkrankung festgestellt wird, führen die Gesundheitsbehörden eine sogenannte Umgebungsuntersuchung durch. Dabei werden enge Kontaktpersonen, die ein mögliches Infektionsrisiko hatten, identifiziert und zweimal im Abstand von drei Monaten untersucht. Zur Behandlung der Tuberkulose gibt es meist gut wirksame Antibiotika. (APA, 15.9.2016)

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