Waffenruhe in Syrien um 48 Stunden verlängert

14. September 2016, 22:27
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Einigung zwischen USA und Russland – Zuvor Berichte über dutzende Zwischenfälle

Washington – Die USA und Russland haben sich auf eine Verlängerung der Waffenruhe in Syrien verständigt. Die Außenminister der beiden Länder, John Kerry und Sergej Lawrow, seien übereingekommen, dass die seit Montagabend geltende Feuerpause weitgehend halte und deswegen um weitere 48 Stunden ausgeweitet werden solle, teilte das US-Außenministerium am Mittwoch mit. Sollte die Waffenruhe auch in dieser Zeit befolgt werden, würden die USA und Russland eine Fortsetzung beraten, erläuterte Ministeriumssprecher Mark Toner. Ziel ist eine Feuerpause von sieben Tagen. Anschließend wollen die USA und Russland zu gemeinsamen Luftangriffen auf Extremistengruppen wie den "Islamische Staat" (IS) übergehen.

In den ersten 48 Stunden wurde die Waffenruhe laut der russischen Armee 60-mal gebrochen, am öftesten allerdings von der islamistischen Rebellengruppe Ahrar al-Scham, die die Vereinbarung nicht anerkennt. Das berichtete die Nachrichtenagentur Interfax am Mittwoch. Wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, wurde in dieser Zeit jedoch niemand getötet.

Die Feuerpause war erst nach monatelangen Verhandlungen zwischen den USA und Russland zustande gekommen. Sie soll unter anderem für humanitäre Hilfe genutzt werden. Zwei Konvois mit Lebensmitteln für die belagerte Stadt Aleppo stecken aber den UN zufolge wegen eines Streits zwischen den Kriegsparteien fest. Die etwa 40 Lastwagen hätten bereits am Dienstag kurz nach Überqueren des türkischen Grenzpostens im Niemandsland anhalten müssen. "Es dauert länger, als wir gehofft haben", berichtete dann am Mittwoch ein Uno-Sprecher. "Einige Gruppen versuchen, aus der Sache politisches Kapital zu schlagen – und das ist etwas, das wir hinter uns lassen müssen." (Reuters, red, 14.9.2016)

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