Arbeitsmarkt: Mehr Arbeitslose, aber auch starkes Plus bei Vollzeit

14. September 2016, 12:08
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Arbeitslosenquote stieg im zweiten Quartal auf 6,1 Prozent, vor allem die Jungen sind betroffen. Gleichzeitig gab es im Vergleich zum Vorjahr fast 50.000 mehr Vollzeitstellen

Wien – Im zweiten Quartal 2016 waren in Österreich 273.400 Menschen ohne Job, die Arbeitslosenquote kletterte von 5,8 Prozent im Vorjahresquartal auf 6,1 Prozent. Der Anstieg der Arbeitslosenquote traf vor allem Männer, Jugendliche, ältere Erwerbspersonen sowie Personen ohne höheren Bildungsabschluss. Dem gegenüber stieg die Zahl der Erwerbstätigen um 84.300 auf 4,212.400, so die Statistik Austria.

Der Beschäftigungszuwachs entfiel gut zur Hälfte auf Vollzeiterwerbstätige (+49.200), geht aus den am Mittwoch veröffentlichten Daten hervor. Die größten Personalzugänge wurden in den Branchen "Herstellung von Waren" mit einem Plus von 21.000, im Gesundheits- und Sozialwesen mit 18.200 mehr Beschäftigten und in "Beherbergung und Gastronomie", wo es einen Beschäftigungsanstieg von 17.600 gab, beobachtet.

Zuwächse auch bei Teilzeit

Bei den Unselbstständigen gab es im zweiten Quartal 2016 ein Plus von 87.700, wobei mehr Männer als Frauen angestellt wurden. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten stieg um 56.300 und verteilte sich gleichmäßig auf Frauen und Männer.

Zuwächse gab es auch bei der Zahl der Teilzeitbeschäftigten. Sie stieg um 31.400, davon entfielen 25.600 Stellen auf Männer. Damit stieg die Zahl der männlichen Teilzeitkräfte auf 206.200. Die Zahl der teilzeitbeschäftigten Frauen erhöhte sich nur geringfügig auf 851.600. Die Teilzeitquote legte insgesamt wieder zu auf 28,8 Prozent.

Die Zahl der Unternehmer stieg leicht auf 477.100, wobei mehr Frauen (+5.600) als Männer (+1.900) den Sprung in die Selbstständigkeit wagten. Bei den mithelfenden Familienangehörigen gab es ein Minus von 11.000 auf 60.400.

Jugendliche stärker von Arbeitslosigkeit betroffen

Die Arbeitslosenquote kletterte im zweiten Quartal 2016 auf 6,1 Prozent, wobei jene der Männer bei 6,6 Prozent lag und die der Frauen bei 5,5 Prozent hielt. Bei den Jugendlichen zwischen 15 bis 24 Jahren waren 10,8 Prozent (Vorjahresquartal: 10,2 Prozent) ohne Job, bei den Älteren waren es 5,2 Prozent im Vergleich zu 4,4 Prozent im 2. Quartal 2015. Bei den Österreichern stieg die Arbeitslosigkeit auf 5,0 Prozent (Vorjahresquartal: 4,8 Prozent), bei den ausländischen Staatsangehörigen hielt sie bei 12,0 Prozent (Vorjahresquartal: 11,7 Prozent).

Der Anteil der Erwerbstätigen an der Wohnbevölkerung im Haupterwerbsalter (15 bis 64 Jahre) legte gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,6 Prozentpunkte auf 71,4 Prozent zu. Besonders bei der Erwerbsbeteiligung von Älteren zwischen 55 und 64 Jahren gab es ein Plus zu verzeichnen: 41,7 Prozent (+2,6 Prozentpunkte) der Frauen und 57,6 Prozent (+4,0 Prozentpunkte) der Männer waren im Jobmarkt vertreten.

Im Fünfjahresrückblick stieg die Zahl der Erwerbstätigen seit dem zweiten Quartal 2011 um 165.400. Der Anstieg ist mehrheitlich von Frauen getragen und betrifft bei Männern und Frauen hauptsächlich Teilzeitstellen. "Bei Selbstständigen beziehungsweise Mithelfenden gab es in den letzten fünf Jahren sowohl bei Frauen als auch bei Männern einen Austausch von Vollzeiterwerbstätigen (-18.900) gegen Teilzeiterwerbstätige (+17.100)", so die Statistik Austria. (APA, 14.9.2016)

  • Die Arbeitslosigkeit ist im zweiten Quartal erneut gestiegen.
    foto: neumayr / picturedesk.com

    Die Arbeitslosigkeit ist im zweiten Quartal erneut gestiegen.

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