Essen im Flugzeug: Ein Australier kostet und bloggt

15. September 2016, 05:30
54 Postings

Nikos Loukas arbeitet seit 15 Jahren in der Reise- und Flugindustrie. Seit 2012 testet er Essen im Flugzeug und berichtet darüber in seinem Blog "Inflightfeed".

Der Australier Nikos Loukas hat in den vergangenen Jahren die Bordverpflegung von mehr als 150 Fluglinien weltweit ausprobiert. Sein Favorit aus Österreich sei Essen von Demel bei Niki gewesen, das allerdings vorbestellt werden musste, wie er berichtet. Mittlerweile hat ein anderer Caterer Demel abgelöst. Grundsätzlich ist er von österreichischen Fluganbietern positiv überrascht, "ich glaube, die anderen haben auch großartige Gerichte".

foto: inflightfeed
Bei Niki gibt es auf Vorbestellung Schnitzel mit Erdäpfeln und Salat.

Loukas fliegt jedes Jahr 180.000 Kilometer, um das Essen in Flugzeugen zu kosten und anschließend zu bewerten. Dabei unterscheidet er zwischen First, Business- und Economy-Class sowie zwischen Lang- und Kurzstrecke. Seinem Urteil nach wurden ihm bis dato bei Turkish Airlines, Swiss und Air France die besten Gerichte angeboten. Überzeugt haben ihn vor allem die Aufmachung, die Qualität und der Geschmack. Wahrlich ungenießbar sei hingegen das Essen bei Ukraine International Airlines.

Das Essen bei Ukraine International Airlines hat Nikos Loukas nicht überzeugt.

Gelegentlich werden dem Australier skurrile Speisen vorgesetzt, etwa bei einem Flug von Paris nach Taipeh mit der taiwanesischen Airline Eva. Seine Sitznachbarn waren sichtlich erstaunt, als sie die Mahlzeit sahen: Loukas hatte das Hello-Kitty-Menü bestellt, das eigentlich für Kinder gedacht ist.

Today it's the Hello Kitty Jet from Paris to Taipei! #airplanefood #hellokitty彩繪機 #hellokittyjet #planefood

Ein von Inflight Feed (@inflightfeed) gepostetes Foto am

Bei Eva Air bekommt man das ganze Hello-Kitty-Programm serviert.

Fluglinien legen immer mehr Wert auf Kindermenüs, ist Loukas aufgefallen. "Manche Fluglinien arbeiten daran, Gerichte für Kinder zu einem Erlebnis zu machen." Die australische Firma Buzz hat etwa mit Qatar Airways, Korean Air, Jetstar und Emirates zusammengearbeitet, um spezielle Menüs zu erarbeiten und mit passendem Spielzeug zu garnieren. Bei vielen Gerichten für Kinder werde nun darauf geachtet, dass sie gesünder seien, meint Loukas.

Doku über Bordverpflegung

Loukas liegt es prinzipiell daran, mit dem schlechten Ruf von Flugzeugessen aufzuräumen. Nun plant über Bordverpflegung einen Dokumentarfilm zu produzieren und via Crowdfunding zu finanzieren. Der Film soll die Hintergründe beleuchten und darstellen, welchen Weg das Essen nimmt, bevor es im Flugzeug landet. "Ich möchte den Leuten zeigen, dass längst nicht alles schlecht ist. Es gibt auch im Flieger wirklich gutes Essen." (Atahan Demirel, 15.9.2016)

  • Nikos Loukas testet seit 2012 Flugzeugessen. Von der taiwanischen Eva Air wurde ihm ein Hello-Kitty-Menü aufgetischt.
    foto: inflightfeed

    Nikos Loukas testet seit 2012 Flugzeugessen. Von der taiwanischen Eva Air wurde ihm ein Hello-Kitty-Menü aufgetischt.

Share if you care.