Zukunftsforscher plädieren für Ein-Kind-Politik

14. September 2016, 10:27
259 Postings

Jørgen Randers und Graeme Maxton schlagen in ihrem Bericht an den Club of Rome eine Erbschaftssteuer von bis zu 100 Prozent vor

Berlin – Mit einem Vorschlag für einen radikalen Umbau der Volkswirtschaften haben sich zwei der einflussreichsten Zukunftsforscher der vergangenen Jahrzehnte zu Wort gemeldet. Ein Bericht an den Club of Rome, den Jørgen Randers und Graeme Maxton am Dienstag vorstellten, trägt den Titel "Ein Prozent ist genug. Mit wenig Wachstum soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und Klimawandel bekämpfen".

Randers ist stellvertretender Generaldirektor der Naturschutzorganisation WWF International und einer der Autoren des Bestsellers "Die Grenzen des Wachstums" von 1972. Maxton ist Generalsekretär des Club of Rome, der sich für eine nachhaltige Entwicklung und den Schutz des Planeten einsetzt.

Prämie für Kinderlosigkeit

Die Autoren schlagen in ihrem Bericht eine schrittweise Anhebung der Erbschaftssteuer auf bis zu 100 Prozent, die Zahlung einer Prämie für Kinderlosigkeit und eine Erhöhung des Pensionsantrittsalters auf 70 Jahre vor. Frauen, die in der westlichen Welt nur ein Kind bekommen, sollen ebenfalls eine besondere Förderung erhalten.

Zu den von Randers und Maxton favorisierten Maßnahmen gehört auch die Erhebung höherer Steuern auf ungesunde Produkte und fossile Brennstoffe. Sie fordern eine Abkehr vom Freihandel, vom "unendlichen Konsum" und von der "marktradikalen Ideologie".

"Viel Zeit bleibt nicht mehr"

Die Präsidenten des Club of Rome, Ernst Ulrich von Weizsäcker und Anders Wijkman, sehen in dem Bericht "eine Vielzahl guter Ansätze". Sie warnen: "Viel Zeit bleibt unserer Welt nicht mehr, um ihre Hochgeschwindigkeitsfahrt zu beenden! Die Mauer kommt näher."

Der Club of Rome ist ein Zusammenschluss von Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft aus mehr als 30 Ländern. Die gemeinnützige Organisation setzt sich für eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft der Menschheit ein. Der Club wurde 1968 auf Initiative des italienischen Industriellen Aurelio Peccei und des schottischen Wissenschafters Alexander King in Rom gegründet. Aufsehen erregte er 1972 mit seinem Bericht "Die Grenzen des Wachstums". Das Werk rief die Knappheit der Rohstoffe ins Bewusstsein und löste eine weltweite Debatte aus. (APA, red, 14.9.2016)

Share if you care.