Erste iPhone-7-Tests: Fades, exzellentes Gerät – mit großem Haken

14. September 2016, 08:58
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Leistung der neuen iPhone-Modelle wird unisono gelobt, fehlender Kopfhöreranschluss sorgt für heftige Kritik

Pünktlich vor dem Verkaufsstart des neuen iPhone 7 am Freitag haben die wichtigsten Branchenmedien Tests des neuen Apple-Geräts veröffentlicht. Dabei wird klar: Das neue iPhone ist ein sehr gutes Smartphone mit hervorragender Leistung, das jedoch in mehreren Belangen für heftige Kritik sorgt. Der WebStandard hat sich angesehen, was "Wired", "The Verge", "Engadget" und "Ars Technica" über die zwei neuen iPhone-Modelle zu sagen haben.

"Wired": "Nähern uns Ideal an"

Beim Design des Geräts hat sich nur sehr wenig getan. Prinzipiell sieht das iPhone 7 aus wie sein Vorgänger. "Wir nähern uns einem Ideal an, und der Look ist wohl nicht mehr, was zählt", schreibt "Wired". Vielmehr soll das Innere des Geräts überzeugen. Tatsächlich sei der neue A10-Prozessor laut "Wired" "wahnsinnig schnell". Der Akku halte bei durchschnittlicher Nutzung jetzt bis zu 24 Stunden, beim Plus-Modell sogar doppelt so lange. Auch "Engadget" spricht von einem "exzellenten Smartphone", "Ars Technica" von "logischen Verbesserungen".

Lob für Kamera

Viel Lob findet beispielsweise die Kamera, die gemäß "Wired" "die besten Fotos produziert, die je auf Smartphones geschossen wurden." "The Verge" sieht hingegen nur "einen kleine Verbesserung, keinen Quantensprung" gegenüber der iPhone-6s-Kamera. Gut kommt auch der Schutz vor Wasserschäden an, der "endlich" ("Engadget") realisiert wurde. Allerdings weist "Engadget" darauf hin, dass Wasserschäden von der Apple-Garantie trotz der offiziellen Bezeichnung als wasserdicht nicht gedeckt werden. Die Änderungen am Display, das nun noch mehr Farben darstellen kann, sei hingegen für normale User "kaum sichtbar", schreibt "Engadget".

Home-Button wird vermisst

Allerdings gibt es zwei große Haken, die von allen Testern angesprochen werden. Da wäre etwa der Home-Button, der nun nicht mehr physisch existiert, sondern eine drucksensitive Fläche auf dem Display ist. Bereits bei den ersten Hands-ons nach der iPhone-Präsentation fanden dies Tech-Journalisten "schräg" und "schrecklich". Das ändert sich auch bei längeren Tests nicht. Nach mehreren Tagen sei es "irgendwie okay", schreibt "The Verge". Personen, die das iPhone 7 erstmals nutzen, "mögen den Home-Button wirklich nicht". Auch "Wired" vermisst den Klick des physischen Home-Buttons.

Heftige Kritik an Kopfhörern

Die große und bereits für heftige Kontroversen sorgende Änderung beim iPhone 7 ist allerdings der fehlende Kopfhöreranschluss. Diese Neuerung kommt sehr schlecht an. "Kabellos ist die Zukunft, aber der Weg dorthin wird schmerzvoll und zäh", schreibt "Wired". "Ars Technica" bezeichnet den fehlenden Kopfhöreranschluss gar als "Haar in der Suppe". "The Verge" kritisiert, dass Apple mit den eigenen Airpod-Kopfhörern nur "mittelmäßige bis schlechte" Soundqualität anbiete. Wenn der iPhone-Hersteller schon Veränderungen erzwinge, solle dieser laut "The Verge" "mehr Fokus" auf akzeptable Lösungen richten.

"The Verge": "Prototyp"

"Wired", "Engadget" und "Ars Technica" sehen in ihren Schlussfolgerungen ein "exzellentes Gerät, das keinen zwingenden Grund für ein Upgrade beinhaltet" ("Engadget"), ein "fantastisches Smartphone" ("Wired") mit "logischen Verbesserungen" ("Ars Technica"). Der Tenor lautet sinngemäß, das Nutzer mit dem Kauf eines iPhone 7 nichts falsch machen, solange sie Komplikationen wegen des Kopfhöreranschlusses in Kauf nehmen. Ein Must-have ist das Gerät allerdings nicht.

Härter ins Gericht mit Apple geht "The Verge", dem oft eine Apple-Schlagseite vorgeworfen wird. Dort heißt es, das iPhone fühle sich "inkomplett" und "wie ein Prototyp" an. Den Lesern wird empfohlen, eher auf das iPhone 8 zu warten. Der WebStandard wird das iPhone 7 in den nächsten Tagen übrigens selbst unter die Lupe nehmen. (red, 14.9.2016)

  • Das neue iPhone startet am Freitag
    foto: apa/afp/edelson

    Das neue iPhone startet am Freitag

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