Bulgarien hält an Kandidatin für UN-Generalsekretariat fest

13. September 2016, 20:56
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Personalie hatte zu Streit zwischen Deutschland und Russland geführt

Sofia – Bulgarien hält an seiner Kandidatin für die Nachfolge von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon fest. Unesco-Generalsekretärin Irina Bokowa habe die "volle Unterstützung der Regierung", sagte Ministerpräsident Boiko Borissow am Dienstag in Sofia. Sollte sie aber nach der nächsten Wahlrunde nicht auf den ersten oder zweiten Platz kommen, "werden wir zusammen schauen, was wir tun".

Zudem räumte der konservative Ministerpräsident ein, er hätte die Bewerbung Bokowas schon längst zurückgezogen, wenn sie nicht von der linksgerichteten Vorgängerregierung aufgestellt worden sei. Bokowa gilt vielen Ländern als zu russland-freundlich. Die Personalie führte auch zu einem Streit zwischen Deutschland und Russland. Das Moskauer Außenministerium warf der deutschen Kanzlerin Angela Merkel vor, "hinter den Kulissen" versucht zu haben, Sofia für einen Austausch Bokowas durch die bulgarische EU-Vizekommissionspräsidentin Kristalina Georgiewa zu gewinnen. Deutschland reagierte empört auf den Vorhalt.

Favorit für die Ban-Nachfolge ist der frühere Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks, Antonio Guterres. Nach vier Abstimmungsrunden liegt er vorne, Bokowa lediglich auf Platz fünf. Der Sicherheitsrat hatte im Juli mit dem mehrstufigen Wahlverfahren für einen neuen Generalsekretär begonnen. Nach mehreren Wahlgängen wird der Sicherheitsrat dann im Oktober der Vollversammlung einen Kandidaten zur Wahl vorschlagen. Bans Mandat läuft am 31. Dezember ab. (APA/AFP, 13.9.2016)

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